Dienstag, 27. September 2016

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Abschiedsbilanz des Konzernchefs Dekkers begeistert von Bayer - Anleger nicht

Bayer-Chef Marijn Dekkers: "Wir wollen weiter wachsen - und das auf Basis eines Rekordjahres"

Bayer-Chef Marijn Dekkers verabschiedet sich mit einem Rekordjahr und einem optimistischen Ausblick für 2016 vom Leverkusener Gesundheits- und Agrarchemiekonzern. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt", sagte Dekkers bei seiner letzten Bilanzvorlage für Bayer am Donnerstag in Leverkusen. Dank gut laufender Gesundheitsgeschäfte und der Euro-Schwäche legten Umsatz und Gewinn 2015 kräftig zu. Auch für das laufende Jahr zeigte sich der nur noch gut zwei Monate amtierende Konzernchef zuversichtlich. Aktien von Bayer Börsen-Chart zeigen notierten dennoch am Dax-Ende.

"Wir wollen weiter wachsen, sowohl beim Umsatz als auch bei unserem Geschäftsergebnis. Und das auf Basis eines Rekordjahres", sagte Dekkers. Er hatte zuletzt beim Umbau des Dax-Schwergewichts zum reinen Gesundheits- und Agrarchemiekonzern mit dem Börsengang der Kunststofftochter Covestro Anfang Oktober und einer neuen Organisationsstruktur zum Jahreswechsel entscheidende Weichen gestellt und den Dax-Konzern zwischenzeitlich zum wertvollsten Dax-Konzern gemacht.

Dekkers wird allerdings nur noch zwei Monate an der Spitze des Konzerns stehen. Bereits am 1. Mai wird der bisherige Strategie-Chef Werner Baumann im Chefsessel Platz nehmen. Er übernimmt ein Unternehmen auf Wachstumskurs. Dekkers heuert bei Unilever an.

Der Bayer-Umsatz dürfte Dekkers zufolge inklusive der Kunststoff-Tochter Covestro 2016 auf über 47 Milliarden Euro klettern. Das entspreche einem um Währungseinflüsse und Zu- und Verkäufe bereinigten Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten dürfte dabei etwas kräftiger zulegen. Die Steigerung dürfte im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen, sagte Dekkers. Er legte damit die Latte für seinen Nachfolger aus Sicht von Analysten nicht besonders hoch.

An der Börse waren Aktien von Bayer Börsen-Chart zeigen Schlusslicht im Dax mit einem Verlust von 2,41 Prozent. Händler bemängelten schwächelnde Kennziffern im Schlussquartal. Auch der Ausblick dürfte niemanden vom Hocker reißen, urteilte ein Marktteilnehmer.

Im vergangenen Jahr profitierte Bayer von gut laufenden Gesundheitsgeschäften und der Euro-Schwäche. Der Umsatz legte dank mehrerer in den letzten Jahren neu auf den Markt gebrachten Medikamente und der positiven Wirkung eines milliardenschweren Zukaufs um gut 12 Prozent auf den Rekordwert von 46,3 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie um Wechselkursschwankungen hätte das Plus aber nur 2,7 Prozent betragen.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten legte 2015 um 18,2 Prozent auf 10,27 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieben 4,11 Milliarden Euro - ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor.

Besonders stark waren die Umsatzzuwächse 2015 im Gesundheitsgeschäft. Hier punktete Bayer mit seinen in den vergangenen Jahren neu auf den Markt gebrachten Medikamenten. Der Umsatz mit dem Blutverdünner Xarelto, dem Augenmittel Eylea, den Krebsmitteln Stivarga und Xofigo sowie dem Lungenhochdruckmittel Adempas schnellte auf 4,23 (Vorjahr: 2,9) Milliarden Euro hoch. Für das laufende Jahr peilt Bayer hier mehr als 5 Milliarden Euro an. Auch das Agrarchemiegeschäft legte trotz eines schwächeren Marktumfelds mit den Turbulenzen in den Schwellenländern und der Rezession in Brasilien zu.


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