Dienstag, 11. Dezember 2018

Neue Millionenforderung gegen Südzucker und Co. Bauer, Ehrmann und Zentis verklagen Zuckerhersteller

Zucker: Joghurt- und Marmeladenhersteller verlangen Millionenentschädigung für Preisabsprachen

Mehrere Lebensmittelfirmen haben Zuckerhersteller wie Südzucker wegen deren Beteiligung am Zuckerkartell auf Schadenersatz von mehr als 100 Millionen Euro verklagt. Bauer, Ehrmann und Zentis hätten gemeinsam Klage am Landgericht Köln eingereicht, der Streitwert belaufe sich auf über 118 Millionen Euro, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Köln. Ein Verhandlungstermin sei noch nicht anberaumt.

Zudem gehe auch der Süßwarenhersteller Lambertz gegen die insgesamt drei Zuckerhersteller vor, hier belaufe sich der Streitwert auf rund 11,6 Millionen Euro, sagte die Sprecherin weiter. Von Südzucker war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé fordert von Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen wegen des Zuckerkartells insgesamt 50 Millionen Euro Schadenersatz. Nestlé hatte einem Sprecher zufolge bereits beim Landgericht Mannheim Klage eingereicht.

Die Zuckerhersteller müssen noch mit weiteren Schadenersatz-Klagen von Kunden rechnen. Beim Bundeskartellamt hatten rund 100 Unternehmen Akteneinsicht beantragt. Anfang Juli beschäftigte sich das Landgericht Mannheim bereits mit einer Klage des Bonbon-Herstellers Vivil, der von Südzucker 1,3 Millionen Euro fordert.

Das Bundeskartellamt hatte die drei Zuckerhersteller im Februar 2014 mit Bußgeldern in Höhe von insgesamt rund 280 Millionen Euro belegt. Zuvor hatten die Wettbewerbshüter Büros durchsucht. Die Hersteller sollen dem Kartellamt zufolge teils mit Beginn Mitte der 90er Jahre bis 2009 Preise abgesprochen haben - dann traten die Wettbewerbshüter auf den Plan. Auf Südzucker entfiel mit rund 195,5 Millionen Euro der Löwenanteil der Strafgelder.

ts/Reuters

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