Donnerstag, 28. Juli 2016

Chemieriese mit vorsichtigem Ausblick BASF zahlt trotz Gewinneinbruchs mehr Dividende

BASF: Der niedrige Ölpreis hat den Gewinn 2015 um knapp ein Viertel einbrechen lassen

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF Börsen-Chart zeigen will trotz eines Gewinneinbruchs mehr Geld an die Aktionäre ausschütten. Die Dividende soll um 10 Cent auf 2,90 Euro erhöht werden, teilte das Dax-Unternehmen am Freitag in Ludwigshafen mit. Experten hatten mit einer Erhöhung in dieser Größenordnung gerechnet.

Wegen des Ölpreisverfalls sank der Überschuss im vergangenen Jahr um 23 Prozent auf rund 4 Milliarden Euro. Nachdem BASF Ende Januar bereits die Daten für den Umsatz und das operative Ergebnis vorgelegt hatte, ist der Rückgang des Gewinns keine Überraschung mehr.

"Die Risiken der Weltwirtschaft steigen weiter"

BASF-Chef Bock
picture alliance / dpa
BASF-Chef Bock
"Das Jahr hat verhalten begonnen, vor allem infolge einer schwachen Mengenkonjunktur in China", sagte Vorstandschef Kurt Bock am Freitag in Ludwigshafen. "Die Risiken für die Weltwirtschaft steigen weiter." Für 2016 rechnet BASF mit einem Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen leicht unter Vorjahresniveau. "Dies ist in dem derzeitigen volatilen und herausfordernden Umfeld ein anspruchsvolles Ziel und insbesondere von der Entwicklung des Ölpreises abhängig", betonte Bock.

Überschuss fällt um fast ein Viertel

Die Aktionäre will Bock trotz des Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr mit einer höheren Dividende bei der Stange halten. Sie sollen für 2015 eine um zehn Cent höhere Ausschüttung von 2,90 Euro je Aktie erhalten. Und das, obwohl der Überschuss 2015 um knapp 23 Prozent auf fast vier Milliarden Euro fiel. Wegen Wertberichtigungen im Öl- und Gasgeschäft brach der Betriebsgewinn um 1,4 Milliarden auf 6,2 Milliarden Euro ein - diese Hiobsbotschaft hatte BASF schon im Januar verkündet. Der bereinigte Betriebsgewinn fiel um 8,4 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro.

Umsatzrückgang erwartet

Im laufenden Jahr erwartet BASF einen deutlichen Umsatzrückgang wegen der Trennung vom Gashandelsgeschäft, das kürzlich in einem Milliarden-Tauschgeschäft an die russische Gazprom ging. Der Konzern hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr ein Umsatzminus von gut fünf Prozent auf 70,4 Milliarden Euro verdauen müssen. Analysten gehen im Schnitt für 2016 von einem Umsatz von 60,3 Milliarden Euro und einem bereinigten Betriebsgewinn von 6,3 Milliarden aus.

DuPont und Dow überholen gemeinsam BASF - zumindest zeitweise

BASF gilt als Konjunkturbarometer, da der Konzern fast alle anderen Industriezweige beliefert.

Die Ludwigshafener stehen unter Druck: In den USA schmieden die beiden größten Chemieunternehmen Dow Chemical und DuPont einen neuen Branchengiganten, der BASF zumindest zeitweise vom Thron des Weltmarktführers stößt.

Nach dem Zusammenschluss soll der neue Konzern allerdings wieder in drei verschiedene Unternehmen aufgespalten werden. Diese sollen sich auf die Bereiche Agrarchemie, Kunststoffe und Spezialchemikalien konzentrieren. Bock hat bislang nicht das Übernahmefieber gepackt, die Erwartungen an ihn steigen aber, bei Übernahmen stärker mitzumischen.

la/dpa/Reuters

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