Dienstag, 23. Oktober 2018

Chemiekonzern auf Erholungskurs Gewinnsprung - auch BASF profitiert von US-Steuerreform

BASF-Gelände in Ludwigshafen: Konzern profitiert auch von Öl- und Gasgeschäft

Der Chemiekonzern BASF Börsen-Chart zeigen profitiert vom florierenden Geschäft mit Basischemikalien und der Erholung im Öl- und Gasgeschäft. 2017 legte der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) nach ersten Berechnungen um ein Drittel auf 8,3 Milliarden Euro zu, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 64,5 Milliarden Euro. Die Ergebnisse übertrafen die Analystenerwartungen deutlich.

Nach den auf der BASF-Webseite veröffentlichten Schätzungen hatten diese im Schnitt einen Betriebsgewinn von nur 7,9 Milliarden erwartet hatten. Die Aktie legte nach der Mitteilung deutlich zu.

Im Geschäft mit Basischemikalien konnte BASF höhere Mengen absetzen und die Margen verbessern. In seiner Öl- und Gassparte profitierte der Ludwigshafener Konzern von der Erholung der Ölpreise, die sich inzwischen auf dem höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren bewegen. Die zuletzt schwächelnde Agrarchemiesparte habe dank eines kräftigen Ergebnisanstiegs im vierten Quartal fast den Gewinn des Vorjahres erreichen können, erklärte das Ludwigshafener Unternehmen. In der Spezialchemie ging der Betriebsgewinn dagegen zurück, da die gestiegenen Rohstoffpreise nicht vollständig an die Kunden weitere gegeben werden konnten und Kosten für das Anfahren neuer Anlagen anfielen.

BASF profitiert von US-Steuerreform

Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter legte der Konzerngewinn 2017 sogar um 50 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu. Dabei profitierte der Chemiekonzern von der US-Steuerreform, der im vierten Quartal zu Steuererträgen von knapp 400 Millionen führte. Durch die Steuerreform sinkt die Körperschaftssteuer in den USA auf 21 Prozent von 35 Prozent.

Den ausführlichen Konzernabschluss will BASF Börsen-Chart zeigen am 27. Februar veröffentlichen.

Analysten "positiv überrascht"

Die Ludwigshafener hätten im vergangenen Jahr ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als von Analysten erwartet, bestätigte Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel entsprechende Unternehmensaussagen. Dies gelte insbesondere für die Chemieaktivitäten und das Ölgeschäft.

Umbau bei BASF: Brudermöller löst Kurt Bock als Chef ab

Laut Analyst Oliver Schwarz von Warburg Research hat BASF "sehr positiv überrascht". Als Antrieb hätten sich sowohl das Geschäft mit Basischemikalien, aber unerwartet auch das starke Abschneiden der Agrarchemiesparte in Lateinamerika erwiesen, schrieb der Experte. Auf Basis dessen kann sich Schwarz vorstellen, dass die Ludwigshafener nun womöglich eine überraschend hohe Dividende ausschütten.

Auf Sicht von 12 Monaten haben die BASF-Aktien dank des Sprungs am Donnerstag ein Plus von rund 8 Prozent geschafft. Der Dax Börsen-Chart zeigen hingegen hat in diesem Zeitraum allerdings einen Gewinn von 14,50 Prozent erzielt.

la/reuters/dpa

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH