Dienstag, 31. Mai 2016

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Bilanz der Flugzeugbauer Airbus fliegt Boeing bei Neuaufträgen davon

Airbus gegen Boeing: Die Europäer verbuchen zwar deutlich mehr Bestellungen, der Wettbewerber aus den USA allerdings hat in vergangenen Jahr deutlich mehr Passagiermaschinen ausgeliefert

Fluggesellschaften haben im vergangenen Jahr zwar Passagiermaschinen bei Airbus neu bestellt. Der ewige Rivale Boeing hat aber mehr deutlich mehr Flieger an seine Kunden ausgeliefert.

Airbus hat für seine Passagierflugzeuge erneut mehr Aufträge eingeheimst als US-Konkurrent Boeing. Netto gaben die Kunden 1036 Maschinen bei den Europäern in Auftrag, teilte der Konzern am Dienstag mit. Das waren zwar 29 Prozent weniger als 2014. Bei Boeing fiel der Rückgang mit 46 Prozent auf 768 aber größer aus.

Gemessen an der Zahl der Auslieferungen blieb der US-Konzern gleichwohl der größte Luftfahrtausrüster der Welt. Bei Boeing verließen 762 Flugzeuge die Montagehallen, bei Airbus 635. Dies war ein Rekord. In diesem Jahr soll die Produktion auf mehr als 650 gesteigert werden.

Nach einem zwei Jahre anhaltenden Boom in der Branche hielten sich die Kunden 2015 wegen der unsicheren Entwicklung der Weltwirtschaft und der niedrigen Spritpreise etwas zurück. Der Chef der Airbus-Flugzeugsparte, Fabrice Bregier, zeigte sich jedoch optimistisch. Der Markt sei robust, sagte er. Da Airlines nicht mit dauerhaft niedrigen Ölpreisen rechneten, sei auch der Bedarf nach spritsparenden Flugzeugen weiter gegeben.

A320-Familie heimst das Gros der Bestellungen ein

Vor allem die zweimotorigen Flugzeuge der A320-Familie für die Kurz- und Mittelstrecke erfreuen sich weiter großer Beliebtheit. Der Großteil der Auslieferungen 2015 geht auf ihr Konto. Von dem Superjumbo A380 wurden hingegen nur 27 Stück gefertigt. Die Größenordnung gelte auch für dieses und nächstes Jahr, sagte Bregier.

Beide Hersteller haben ihre Produktpalette zuletzt modernisiert und neue Modelle auf den Markt gebracht. Von dem neuen Jet A350 wurden im vergangenen Jahr 14 Flugzeuge gebaut. Mit einer Steigerung auf mindestens 50 in diesem Jahr soll die Lücke zu Boeing geschlossen werden.

Die erste überarbeitete A320neo soll in den nächsten zwei Wochen an die Lufthansa gehen. Eigentlich war die Auslieferung der spritsparenden Maschine bereits für Ende 2015 geplant, wurde wegen technischer Schwierigkeiten aber verschoben. Der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney sei Schuld, sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy. Eigentlich war Qatar Airways als Erstabnehmer vorgesehen.

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