Montag, 25. September 2017

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Lufthansa plant Blitz-Beutezug bei Air Berlin Klar zum Entern - Lufthansa will 90 Air Berlin-Flieger übernehmen

Kranich-Linie im Anflug auf Insolvenzmasse: Die Lufthansa will sich einen Großteil der Air Berlin-Flieger sichern

Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa bereitet einen Schnellstart beim Reste-Rangeln um die insolvente Konkurrentin Air Berlin vor. Die Lufthansa Börsen-Chart zeigen will sich aus der Insolvenzmasse der Air Berlin einen großen Teil der Flugzeuge sichern. Es könne um rund 90 der 144 Flugzeuge gehen, bestätigten Unternehmenskreise entsprechende Informationen der "Süddeutschen Zeitung".

Der Kranich-Konzern sieht sich unter großem Zeitdruck, so dass die bereits weit gediehenen und seit Monaten vorangetriebenen Verhandlungen schon in der kommenden Woche abgeschlossen werden könnten.

Mit dem Air-Berlin-Vorstand und dem Sachwalter Lucas Flöther solle von Freitag an über das Wochenende verhandelt werden, habe Lufthansa-Chef Carsten Spohr nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats berichtet, schrieb die Zeitung.

Neben den bereits angemieteten 38 Air-Berlin-Jets will Lufthansa die österreichische Touristik-Tochter "Niki" und weitere Flugzeuge übernehmen. Sie sollen unter dem Dach der Lufthansa-Tochter Eurowings an den Start gehen. In der Zahl seien auch die meisten der 17 Langstrecken-Flugzeuge der Air Berlin enthalten, die ebenfalls der Eurowings zugehen sollen.

Lufthansa stellt Maximalforderungen

Kein Interesse hat Lufthansa dem Vernehmen nach an älteren Propeller-Maschinen und an den 14 Boeing -Jets, die Air Berlin zu hohen Kosten von der Tuifly gemietet hat. Sie könnten an den Touristikflieger des Tui -Konzerns zurückfallen.

Der größte Luftverkehrskonzern Europas stellt damit offensichtlich Maximalforderungen, die noch auf europäischer Ebene auf kartellrechtliche Fragen abgeklopft werden müssten. Air Berlin hat nach eigenen Angaben mindestens zwei weitere Interessenten für Flugzeuge oder Unternehmensteile. Ryanair hatte die geplante Übernahme großer Flottenteile durch die Lufthansa scharf kritisiert und Klage bei den Kartellbehörden eingereicht.

Der Chef der deutschen Monopolkommission, Achim Wambach, erklärte zuletzt, dass die Lufthansa "mit strengen Bedingungen und Auflagen" bei einer Genehmigung der Übernahme rechnen müsse. Dazu zähle der Verzicht auf weite Teile der begehrten Landerechte von Air Berlin. Kritik übte der Kommissionschef auch an der Hilfe der Bundesregierung für Air Berlinin Höhe von 150 Millionen Euro.

wed/dpa-afx

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