Sonntag, 11. Dezember 2016

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Streit um Markenrechte Adidas "owns" den Querstreifen

Streitpunkt Streifen: Auch zwei Streifen sind nicht erlaubt
Patrick, Adidas
Streitpunkt Streifen: Auch zwei Streifen sind nicht erlaubt

Adidas kann seine bekannten seitlichen Streifen am Schuh gegen Mitbewerber verteidigen. Das hat der Europäische Gerichtshof in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss entschieden.

Adidas = drei Streifen. Diese simple Formel gilt seit mehr als 60 Jahren. Schließlich verwendete Adidas-Gründer Adi Dassler dieses Design schon 1949 erstmals für Schuhe. Und seitdem haben immer wieder Sportschuhersteller versucht, die Marke zu kopieren, mal mit drei, mal mit zwei Streifen. Oder gleich das gesamte Design geklaut.

Doch selbst mit Zwei-Streifen-Kopien müssen sich die Herzogenauracher künftig nicht mehr abfinden. Der Querstreifen gehört ihnen - mit Brief und Siegel.

Und das kam so: 2008 beantragte das Unternehmen Shoe Branding Europe beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) die Eintragung einer sogenannten Gemeinschaftsmarke: Nämlich eines Schuhes mit zwei Streifen. Dem Antrag wurde entsprochen - trotz Protestes von Adidas. Schließlich wies der Schuh zwei statt der von Adidas geschützten drei Streifen auf. Und sie befanden sich an einer anderen Stelle.

Doch das wollte Adidas nicht auf sich sitzen lassen. Das Unternehmen rief das Gericht der Europäischen Union an und bekam 2015 Recht. Nach Widerstand von Shoe Branding Europe nun sogar zum zweiten Mal - vor dem Europäischen Gerichtshof.

Nun sieht es schlecht für Shoe Branding Europe aus, die sich bei ihrem Zwei-Streifen-Modell auf eine noch ältere Tradition als Adidas berufen. Nämlich auf die der französischen Marke Patrice/Patrick. Einst ein renommierter Sportartikelhersteller aus der Vendee, dessen Zwei-Streifen-Schuhe vor einigen Jahrzehnten sogar Sportler wie Michel Platini oder Kevin Keegan bewarben.

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