Freitag, 30. September 2016

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Sportausrüster hebt Prognose an Adidas schöpft wieder Hoffnung

Wieder besser unterwegs: Nach dem Kurseinbruch vom Vorjahr setzt die Adidas-Aktie zur Aufholjagd an. Das Plus seit Jahresbeginn 2015 beträgt inzwischen rund 40 Prozent, der Dax legte im gleichen Zeitraum 10 Prozent zu.

Gute Geschäfte in Westeuropa, Nordamerika und China stimmen Europas größten Sportartikelhersteller Adidas zuversichtlicher. Auch wegen eines starken Wachstums bei der Hausmarke Adidas und einer robusten Entwicklung bei der Tochter Reebok hob der Konzern am Donnerstag seinen Ausblick für das laufende Jahr an.

Bei der Golftochter Taylormade, die schwer daran zu knabbern hat, dass weniger Menschen Golf spielen, lief es im dritten Quartal ebenfalls wieder besser. Allerdings muss die Sparte weiter umgebaut werden. 14 Prozent der knapp 1500 Stellen weltweit sollen bis Jahresende wegfallen, kündigte Adidas an.

Die Börse reagierte auf die Nachrichten erfreut. Die Aktie legte zuletzt um 3,6 Prozent zu. Im dritten Quartal schnitt der Konzern besser ab als gedacht. Einige Analysten hatten schon damit gerechnet, dass Adidas seine Prognosen anheben könnte. Seit Januar hat die Aktie von Adidas Börsen-Chart zeigen rund 40 Prozent an Wert gewonnen.

Vorstandschef Herbert Hainer zeigte sich zufrieden: Wegen der guten Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten erreiche Adidas die Ziellinie für 2015 nun schneller als erwartet, sagte er laut Mitteilung. Der bereinigte Gewinn aus fortgeführtem Geschäft soll nun im Gesamtjahr um rund 10 Prozent zulegen. Der Umsatz dürfte währungsbereinigt im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Bislang hatte Adidas mit einem Gewinnzuwachs von 7 bis 10 Prozent und einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet.

Adidas hatte Gas geben müssen, nachdem der Konzern im vergangenen Jahr weiter hinter die Konkurrenz zurückgefallen war und den Geschmack der Konsumenten nicht immer getroffen hatte. Die neue Strategie trägt Hainer zufolge bereits erste Früchte: "Die starke Dynamik von Adidas und Reebok weltweit zeigt eindrucksvoll, dass unsere Produkte und unser Marketing sehr gut bei den Zielgruppen ankommen, sowohl im Lifestyle- als auch im Performance-Bereich", sagte er.

Im dritten Quartal wuchs der Konzern bei den wichtigsten Kennzahlen zweistellig. Die Erlöse kletterten um 17,7 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro und das Betriebsergebnis stieg um 26,5 Prozent auf 505 Millionen Euro. Unter dem Strich legte der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn um 10,4 Prozent auf 311 Millionen Euro zu.

Wichtigster Markt für die Franken ist weiterhin Westeuropa. Aber auch in Nordamerika zogen die Umsätze begünstigt durch den starken US-Dollar um mehr als ein Viertel an. Die sich abschwächende Konjunktur Chinas scheint hingegen noch nicht auf die Sportartikelindustrie durchzuschlagen. Nach Nike berichtete nun auch Adidas von starken Umsätzen in dem Land. Im dritten Quartal wuchs der Konzern hier um mehr als 35 Prozent. In Lateinamerika waren es knapp 15 Prozent. Nach unten zeigte die Umsatzkurve weiterhin in Russland, wo Adidas wegen der Krise in dem Land Läden schloss.

Die Golftochter Taylormade konnte ihren Umsatz wieder steigern. Dennoch fasst der Konzern nach und streicht Arbeitsplätze. Der Abbau soll das vierte Quartal mit einem niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag belasten. Adidas war vom Einbruch des weltweiten Golfmarktes als Marktführer besonders in Mitleidenschaft gezogen worden und hatte das Golf-Geschäft daher im Sommer auf den Prüfstand gestellt.

"Die Investitionen in unsere Marken sowie eine schlankere Golforganisation werden im nächsten Jahr einen unmittelbaren und positiven Einfluss auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung haben", sagte Hainer. Der Konzern sei für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Adidas hatte bereits angekündigt, dass der Umsatz bis 2020 pro Jahr währungsbereinigt im hohen einstelligen Bereich wachsen und der Gewinn um etwa 15 Prozent pro Jahr zulegen soll.

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ts/dpa-afx

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