Donnerstag, 20. September 2018

Adidas will Onlineumsatz verdoppeln Adidas will reihenweise Läden dicht machen

Adidas-Store: Künftig soll es weniger, aber dafür aufregendere Läden geben
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Adidas-Store: Künftig soll es weniger, aber dafür aufregendere Läden geben

Der Sportartikelhersteller Adidas Börsen-Chart zeigen will angesichts des boomenden Onlinehandels in den kommenden Jahren seine Web-Präsenz massiv stärken und dafür im Gegenzug die Zahl seiner Läden abbauen. "Unsere Webseite ist unser wichtigster Store auf der Welt", sagte Firmenchef Kasper Rorsted der "Financial Times". Allerdings sollen die verbliebenen Verkaufsstäten für die Kunden deutlich attraktiver werden. Eine genaue Zahl und einen Zeitrahmen nannte Rorsted allerdings nicht.

Bis 2020 will Adidas den Digitalumsatz demnach auf 4 Milliarden Euro verdoppeln. Alleine im vergangenen Jahr lag das Plus im Netz bei 57 Prozent. Um die Digitaloffensive zu stemmen, sollen laut "FT" alleine 200 Digitalexperten angeheuert werden. Ein Umbau, für den der Konzern ordentlich Geld in die Hand nimmt. Alleine dieses Jahr sind laut "FT" 900 Millionen Euro für derartige Unternehmungen vorgesehen.

Der Wiederaufstieg der Sportartikelmarke fällt in eine Zeit, in der einige der Konkurrenten schwächeln. So hatte die US-Sportmarke Under Armour zuletzt mit einem massiven Datenleck zu kämpfen. Und auch US-Konkurrent Nike Börsen-Chart zeigen hatte zuletzt mit Absatzproblemen im Heimatmarkt und sinkenden Gewinnmargen zu kämpfen.

Eine Schwäche, die die Deutschen ausnutzen wollen. Denn der US-Markt, auf dem mit 57 Prozent noch immer das Gros des weltweiten Sportartikelabsatzes gemacht wird, war lange einer der Schwachpunkte der Herzogenauracher. Nur 20 Prozent des Umsatzes machen die Deutschen hier bislang. "Eine enorme Gelegenheit", so Rorsted, die sich Adidas nicht entgehen lassen will.

Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 hatte Adidas seinen Umsatz um 15 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro steigern können. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft verbesserte sich um ein gutes Viertel auf 1,35 Milliarden Euro.

mit Material von reuters

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