Montag, 25. März 2019

Mischkonzern Konzernspalter Cevian zieht in ABB-Führung ein

ABB-Kritiker Christer Gardell von Cevian. Sein Kollege Förberg zieht jetzt bei ABB ein.

Der streitbare Investor Cevian zieht voraussichtlich in das höchste Führungsgremium des Mischkonzerns ABB ein. Lars Förberg, einer der beiden Gründer, werde auf dem Aktionärstreffen am 13. April zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen, teilte ABB am Mittwochmorgen mit. Förberg bringe langjährige Erfahrung als Verwaltungsratsmitglied von Industrieunternehmen mit, sagte Verwaltungsratschef Peter Voser. Derart offiziellen Vorschlägen zur Wahl in den Verwaltungsrat werden in der Schweiz von den Aktionären mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gefolgt. Cevian hält mehr als fünf Prozent an ABB und ist damit nach dem ebenfalls schwedischen Investor AB der zweitgrößte Aktionär.

Mit der Wahl Förbergs erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer wieder grundsätzlichen Diskussion über die richtige Strategie von ABB Börsen-Chart zeigen. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Förbergs Kollege und Co-Chef von Cevian, Christer Gardell, öffentlich die Abspaltung der Netzwerktechnik gefordert, die für rund 20 Prozent des Jahresumsatzes von rund 35 Milliarden Dollar steht. Die Forderung war eine klare Kampfansage an ABB-Vorstandschef Ulrich Spiesshofer. Spiesshofer überzeugte schließlich den Verwaltungsrat um dessen Chef Voser vom Erhalt des Gesamtkonzerns. Im Zuge seiner Nominierung in den Verwaltungsrat sendete Förberg jetzt erst einmal ein Friedenssignal: Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Management und die Umsetzung der neuen Strategie Spiesshofers, lässt er sich in der Mitteilung zitieren.

Cevian ist in Deutschland an den Traditionsunternehmen Bilfinger und Thyssenkrupp mit einem jeweils großen Aktienpaket beteiligt. Bei Thyssenkrupp drängen die Schweden ebenfalls auf eine Aufspaltung - bislang ohne Erfolg.

soc

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