Freitag, 16. November 2018

Bayer-Abspaltung Lanxess, die Zweite

Chlorproduktion von BMS in Brunsbüttel: Massengeschäft mit großem Konjunkturrisiko

Der Bayer-Konzern schickt seine Plastiksparte Material Science in die Unabhängigkeit. Mit einer Bewertung um zehn Milliarden Euro würde der Spin-off in die Sphäre der Telekom-Börsengänge vorstoßen. Ein neuer Kandidat für den Dax entsteht - wo die ältere Schwesterfirma Lanxess weichen müsste.

Hamburg - Das dürfte die Aktienemission des Jahres werden - 2015 oder 2016, je nachdem, wie schnell Bayer Börsen-Chart zeigen mit seinen Plänen zur Abspaltung der Kunststoffsparte vorankommt. Analysten taxieren den Wert von Bayer Material Science (BMS) auf acht bis elf Milliarden Euro. Niedrigere Gebote von Interessenten wie Evonik Börsen-Chart zeigen hatte Bayer-Chef Marijn Dekkers stets zurückgewiesen, wie das manager magazin berichtete.

Am oberen Ende der Schätzungen würde die Aktion den Wert der Telekom-Börsengänge von 1996 und 1999 als größte Aktienemission der deutschen Geschichte übertreffen. Ein Kandidat für den Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen ist die neue Firma allemal.

Viele Details sind noch offen, angefangen beim Namen, der einstweilen als "Material Science New" firmiert. Ein Kunstname wie Lanxess Börsen-Chart zeigen für die Kunststofffirma, das wäre doch passend. Der Vergleich mit der Schwesterfirma, die vor zehn Jahren mit dem Großteil des Chemiegeschäfts aus dem Bayer-Konzern herausgelöst wurde, drängt sich auf. Ein Teil von Lanxess zählte einst zur Sparte Bayer Polymers, aus der BMS hervorgegangen ist. Auch Lanxess selbst war als Bieter für BMS im Gespräch, zumal die Produktionsprozesse nach wie vor eng verflochten sind.

Lanxess kann als Erfolgsgeschichte gelten

Bayer hat sich bislang nur darauf festgelegt, BMS "als eigenständiges Unternehmen an die Börse zu bringen". Das genaue Prozedere muss noch geklärt werden. Im besten Fall würde der Markt genug Nachfrage nach neuen Aktien von BMS in einem Initial Public Offering hergeben und so frisches Kapital bringen. Nach dem Beispiel von Lanxess oder auch dem frischeren Spin-off Osram Börsen-Chart zeigen von Siemens Börsen-Chart zeigen hingegen würden die Bayer-Aktionäre einfach in einem festgelegten Umtauschverhältnis neue BMS-Aktien ins Depot bekommen.

Während Osram sich nur wenige Monate nach dem Börsengang als Sanierungsfall entpuppte, dessen sich Siemens bequem und rechtzeitig entledigt hat, kann Lanxess heute als Erfolgsgeschichte gelten - obwohl auch dieses Unternehmen schon wieder Schlagseite hat. Doch Lanxess kam schon mit dem Ruf als Bayers Resterampe auf den Markt und schaffte gemessen an den bescheidenen Erwartungen eine erfolgreiche Sanierung und Fokussierung.

Seit zwei Jahren hält sich die Aktie im Dax, ist zwar heute ein Viertel billiger als zur Zeit des Aufstiegs in den Leitdex, aber dreimal so viel wert wie bei der Gründung. Zugleich hat sich der Börsenwert von Bayer vervierfacht und steht nun an der Spitze des Dax.

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH