Mittwoch, 21. November 2018

Kontaktlinsen-Spezialist Pharmakonzern Valeant schnappt sich Bausch & Lomb

Milliarden für Augenpflegemittel: Kanadas größter Pharmakonzern Valeant übernimmt den Kontaklinsenspezialisten Bausch & Lomb

Für fast sieben Milliarden Euro will Kanadas größter Pharmakonzern Valeant Pharmaceuticals den Kontaktlinsenspezialisten Bausch & Lomb übernehmen. Kasse macht damit zunächst ein Dritter: Der US-Investor Warburg Pincus.

New York - Kanadas größter Pharmakonzern Valeant Pharmaceuticals will mit einem milliardenschweren Zukauf sein Geschäft mit der Augenheilkunde ausbauen. Das Unternehmen biete 8,7 Milliarden US-Dollar (6,7 Milliarden Euro) für den vom US-Investor Warburg Pincus kontrollierten Kontaktlinsenspezialisten Bausch & Lomb, teilte Valeant mit. Die Kaufvereinbarung sei unter Dach und Fach.

Vom Kaufpreis sollen 4,5 Milliarden Dollar an Warburg Pincus gehen. Mit den restlichen 4,2 Milliarden Dollar sollen Schulden von Bausch & Lomb getilgt werden. Bereits vor wenigen Tagen war über diese Transaktion spekuliert worden.

Das Geschäft dürfte sich für Warburg Pincus lohnen. Der Investor hatte Bausch & Lomb Ende 2007 für 3,7 Milliarden Dollar übernommen. Für das laufende Geschäftsjahr peilt Bausch & Lomb einen Umsatz in Höhe von 3,3 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 720 Millionen Dollar an.

Bausch & Lomb vertreibt neben Kontaktlinsen auch Pflegeprodukte für Linsen sowie Medikamente gegen Augenkrankheiten. Zudem bietet der in Rochester in New York ansässige Konzern medizinische Analysegeräte und Laser an, die für Augenoperationen benötigt werden.

Valeant sei aktiv auf der Suche nach Unternehmen mit soliden Mittelzuflüssen in stark wachsenden Feldern, hatte Unternehmenschef Mike Pearson erst jüngst während einer Konferenz gesagt. Die nun geplante Übernahme von Bausch & Lomb ist für Valeant der größte Zukauf seit dem Zusammenschluss mit der kanadischen Biovail Corp im Jahr 2010. Im vergangenen Jahr hatte Pearson erläutert, dass seine Strategie kleine und große Übernahmen mit Schwerpunkt Hautkrankheiten und Augenheilkunde beinhalte.

Mit einer Übernahme des US-Generika-Herstellers Actavis für mehr als 13 Milliarden Dollar scheiterten die Kanadier allerdings vor kurzem. Das jetzt bevorstehende Geschäft war bereits vergangene Woche über einen Zeitungsbericht durchgesickert. Bausch & Lomb hatte im März einen Börsengang beantragt. Zur gleichen Zeit erwog Warburg Pincus Kreisen zufolge aber auch den direkten Verkauf des Unternehmens.

wed/rtr/dpa

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