Donnerstag, 28. Juli 2016

Ruhrkonzern Burda-Chef Kallen geht in Haniel-Aufsichtsrat

Haniel-Hauptsitz: Neuzugang im "kleinen Kreis"
Franz Haniel & Cie. GmbH
Haniel-Hauptsitz: Neuzugang im "kleinen Kreis"

Die Familie Haniel hat nach längerer Suche ein zweites familienfremdes Mitglied für die Kapitalseite im Aufsichtsrat des Familienkonzerns gefunden. Paul-Bernhard Kallen, Vorstandschef der Hubert Burda Media, soll sowohl in das Kontrollgremium als auch in das oberste Beschlussorgan der Familie, den sogenannten kleinen Kreis, einrücken.

Hamburg - Beim alljährlichen Gesellschaftertreffen, zu dem am Wochenende Hunderte Miteigner nach Duisburg reisen werden, soll der 56-jährige Kallen gewählt werden. Im November 2012 war der ehemalige Vorstandssprecher der SAP AG, Henning Kagermann (65), als erster Familienfremder in der mehr als 250-jährigen Geschichte der Franz Haniel & Cie. in deren Aufsichtsrat eingezogen. Die Familie will sich auf diese Weise externes Knowhow sichern.

Eigentlich sollte eine Frau den Aufsichtsratsposten bekommen. Wunschkandidatin war die Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA, Simone Bagel-Trah (44); doch die stand nicht zur Verfügung.

Kallen bringt gute Voraussetzungen für das Amt mit. Der frühere McKinsey-Berater hat bei Burda sehr gute Arbeit im Bereich Digitale Medien geleistet. Er kennt die Abläufe und Befindlichkeiten in einem Familienunternehmen und hat darüber hinaus den Verleger Hubert Burda bei Vermögensdispositionen beraten. Er gilt als geradezu zahlenfixiert und tritt öffentlich so wenig wie möglich auf.

Kallen stammt aus begüterter Familie in Neuss am Rhein. Seine Ehefrau gehört dem ortsansässigen Werhahn-Clan an. Die Werhahns sind ebenso um Diskretion bemüht wie die Haniels, wobei dies der Duisburger Sippe in den vergangenen Jahren aufgrund verschiedener personeller und finanzieller Missgriffe nicht immer gelungen ist.

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