Sonntag, 20. Mai 2018

Strategieschwenk BP will Windkraftgeschäft in den USA verkaufen

Grünes Logo, fossile Produkte: BP verabschiedet sich von regenerativen Energien

Der britische Öl- und Gaskonzern BP will sich vom Windgeschäft in den USA trennen und sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Der Strategie waren bereits andere Geschäftsfelder zum Opfer gefallen.

London - Der einstige BP-Werbespruch, "Beyond Petrolium", ist längst Geschichte. Und der Ölkonzern mit dem grünen Sonnenblumenlogo arbeitet daran, dass dies auch so bleibt. Denn jetzt hat BP auch sein Windkraftgeschäft in den USA zum Verkauf gestellt. Der Konzern wolle sich von seinen Anteilen an 16 Windparks in neun Bundesstaaten der USA trennen, teilte ein BP-Sprecher am Mittwoch mit.

Dabei handele es sich um eine Gesamtkapazität von 2600 Megawatt, was bei durchgängigem Wind ungefähr der Kapazität von zwei großen Atomkraftwerken entspricht. Darüber hinaus wolle BP auch bei noch einer Reihe nicht fertiggestellter Projekte die Reißleine ziehen.

Öl- und Gasgeschäft ertragreicher

Der Konzern versucht mit Verkäufen die Kosten für die von ihm verschuldete Ölpest im Golf von Mexiko zu begleichen. Nach der Havarie der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Jahr 2010 muss BP 42 Milliarden US-Dollar Kosten schultern. BP-Chef Bob Dudley verkauft deshalb Geschäftsteile im Wert von insgesamt 38 Milliarden Dollar und versucht, den Konzern auf das ertragreiche Öl- und Gasgeschäft zu konzentrieren.

Für seine Windkraftanlagen in den USA hofft BP nun auf lukrative Angebote. Sein Engagement in den Erneuerbaren Energien würde der Konzern mit dem Verkauf deutlich zurückfahren. Übrig blieben nur die Aktivitäten rund um den Ökokraftstoff Bioethanol in Brasilien. Aus dem Geschäft mit Solarstrom sowie der Karbon-Gewinnung hat sich BP bereits verabschiedet.

krk/dpa

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