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20.03.2013
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Putzmeister-Chef Norbert Scheuch
"Die Globalisierung trägt uns weg von Deutschland"

Von Kristian Klooß

Begehrter Mittelstand: Wo die Chinesen bislang zugegriffen haben
Fotos

Ein Jahr nach der Übernahme des deutschen Betonpumpenherstellers Putzmeister durch den chinesischen Baukonzern Sany spricht Putzmeister-Chef Norbert Scheuch über interkulturelle Arbeitsteilung, Streiks in China und seine eigenen Übernahmepläne.

mm: Herr Scheuch, seit einem Jahr sind Sie der einzige deutsche Vorstand in einem chinesischen Unternehmen. Wann haben Sie zuletzt ein Glas Tsingtao-Bier mit Ihrem Vorstandsvorsitzenden getrunken, dem Multimilliardär Wengen Liang?

Scheuch: Ich trinke eigentlich nur Maotai-Schnaps mit ihm. Das scheint ein sehr erlesener Schnaps zu sein. Ich kenne mich mit chinesischen Schnäpsen allerdings nicht so aus.

mm: Können Sie bei solchen Anlässen schon auf Dolmetscher verzichten?

Scheuch: Nein. Es wird in der Gegend aber auch ein starker Akzent gesprochen. Wir sind da ja nicht in Peking oder Shanghai. Ich bin in Changsha. Sieben Millionen Einwohner, aber eben in der Provinz.

mm: Wann werden Sie auf Chinesisch mitreden können?

Scheuch: Ich wage da keine Prognose. Ab und zu verstehe ich ja schon mal was. Wenn es um Zahlen geht. Wenn meine Vorstandskollegen dann aber plötzlich anfangen über Politik zu sprechen oder einen Witz zu erzählen, habe ich keine Chance mehr.

mm: Über Smog, Streiks, Korruption oder den Regierungswechsel wird aber schon in der Vorstandsrunde gesprochen?

Scheuch: Da sprechen wir nicht groß drüber. Bestenfalls mal ganz allgemein über politische Systeme. Aber Streiks zum Beispiel die gab es bei Sany ja bislang auch gar nicht. Anders als bei Putzmeister China.

mm: Wie kam es denn dazu?

Scheuch: Das war bei Putzmeister Shanghai. Unsere Mitarbeiter haben gestreikt, nachdem bekannt wurde, dass Sany Putzmeister kauft. Die Mitarbeiter glaubten, Sany sei ein schlechter Arbeitgeber, der sie alle entlassen werde. Mein chinesischer CEO bekam das nicht in den Griff und sagte mir: Scheuch, du musst kommen. Wir hatten dann zehn Tage Generalstreik bis der Konflikt gelöst war.

mm: Und wie ging es aus?

Scheuch: Man hat es chinesisch gelöst. Wir haben eine Kompensation bezahlt und es wurden Videobänder angeschaut und jene gezielt angesprochen, die sich besonders hervorgetan hatten. Sie wurden aufs Amt bestellt und ihnen wurde gesagt, ihr Verhalten sei ungesetzlich, sie mögen dies doch bitte lassen.

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Zur Person

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    Norbert Scheuch (52) ist seit 2009 Chef von Putzmeister. Mit der Übernahme durch Sany zog er 2012 in den Vorstand des chinesischen Baumaschinenkonzerns ein. Seither ist Putzmeister außerhalb Chinas für das weltweite Betonpumpengeschäft des Konzerns zuständig. Putzmeister hat im Jahr 2012 rund 700 Millionen Euro umgesetzt, Sany setzt mit dem Verkauf seiner Bagger und Kräne rund zehn Milliarden Euro um.









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