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26.02.2013
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Chemieriese
BASF mischt mit im Öl- und Gasmonopoly

Von Arvid Kaiser

Produktionsplus aus dem Labor: BASF und Wintershall hoffen auf höhere Ölausbeute mit Hilfe des Pilzes Schizophyllum
Wintershall

Produktionsplus aus dem Labor: BASF und Wintershall hoffen auf höhere Ölausbeute mit Hilfe des Pilzes Schizophyllum

Deutschland ist im globalen Spiel der Öl- und Gasriesen nur ein Kunde. Oder? Der Chemiekonzern BASF nimmt gerade eine strategische Wende vor. Die Tochter Wintershall wächst rasch als globaler Rohstofflieferant. Wissen aus dem Labor wird dabei zum Wettbewerbsvorteil.

Hamburg - Auf den Pilz sind die Chemiker stolz. Schizophyllum commune, der Gemeine Spaltblättling, könnte die nächste Revolution in der Ölwelt einläuten. Bei der Aufnahme von Stärke und Sauerstoff erzeugt der Pilz ein Biopolymer, das Wasser zu einer Art Gelee andickt. Dieses Schizophyllan könnte restliches Erdöl aus Bohrlöchern pressen - anders als bisherige Hilfsmittel auch in salzigem Gestein.

"Solche Innovationen können Katalysatoren für die Branche sein", schwärmte Wintershall-Chef Rainer Seele, dessen Kasseler Unternehmen gemeinsam mit Mutterkonzern BASF Chart zeigen das Schizophyllan entwickelt, jüngst auf einer Energiekonferenz. Seit September läuft ein Praxistest in Wintershalls Ölfeld im niedersächsischen Bockstedt. Für die Technik ließ sich auch der norwegische Rohstoffkonzern Statoil Chart zeigen begeistern. Die gemeinsame Entwicklung von Schizophyllan für Förderanlagen auf See war eine der Gegenleistungen - neben einer Milliarde Euro in bar - für die Abgabe großer Öl- und Gasfelder in der Nordsee an Wintershall im November.

In Emlichheim nahe der niederländischen Grenze hat Wintershall bereits erfolgreich mit der sogenannten Dampffluttechnik das Öl zum Fließen gebracht und so die wirtschaftliche Lebenszeit der Lagerstätte auf rund 90 Jahre verlängert. "Auch wenn die heimische Ölförderung derzeit nur 3 Prozent des deutschen Gesamtbedarfs umfasst, in Deutschland entwickeln wir das Wissen, dass wir dann weltweit exportieren", erklärt Seele.

Dabei geht es keineswegs um eine selbstlose Verbreitung von Know-how. Seele verweist auf den "globalen Wettkampf um die Rohstoffe". Die Expertise diene "als Eintrittskarte in die Welt der National Oil Companies".

Öl- und Gasgeschäft als Wachstumsfeld der BASF

Bisher ist die Rohstoffwelt übersichtlich. Da sind die Förderländer wie Russland, Saudi-Arabien oder Iran, die meist mit staatlichen Monopolen das Angebot zu kontrollieren suchen. Auf der anderen Seite die Industrienationen spielen mit eigenen Rohstoffmultis mit, die ihrerseits mit global gestreuten eigenen Vorräten und tiefen Taschen gegenhalten.

Die USA haben Exxon Mobil Chart zeigen, Chevron Chart zeigen und Conoco Phillips Chart zeigen. Großbritannien hat BP Chart zeigen, Frankreich Total Chart zeigen, Italien Eni Chart zeigen, Spanien Repsol Chart zeigen, die Niederlande Shell Chart zeigen. Nur Deutschland hat niemanden im globalen Rennen. Oder hatte.

Der Chemiekonzern BASF Chart zeigen, in seiner Branche Weltmarktführer, ist bereits seit der Übernahme von Wintershall 1969 im Geschäft. Bisher lief das aber eher nebenher, mit Schwerpunkt auf die vergleichweise bescheidene inländische Produktion, Import und Verteilung von Erdgas. Der 2011 angetretene Chef Kurt Bock aber gibt konsequentes Wachstum im margenstarken Upstream-Geschäft vor, "die Förderung an der Quelle vorantreiben".

Die neue Strategie zahlt sich unmittelbar aus. Während internationale Wettbewerber wie Dow Chemical Chart zeigen oder Akzo Nobel Chart zeigen rote Zahlen Schreiben, verdient BASF zumindest vor Steuern und Sondereffekten deutlich mehr als zuvor. Größter Ergebnistreiber ist die Öl- und Gassparte, wie Analyst Oliver Schwarz von der Privatbank M.M. Warburg feststellt.

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