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22.02.2013
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Immobilienpleite
Für Reyal Urbis läuft die Zeit ab

Von Arne Gottschalck

Reyal Urbis: Düstere Zukunft
REUTERS

Reyal Urbis: Düstere Zukunft

Das spanische Immobilienunternehmen Reyal Urbis hat die Insolvenz erklärt - und am morgigen Samstag endet die Frist, binnen derer das Unternehmen eine Übereinkunft mit seinen Gläubigern finden kann. Eine endgültige Pleite würde die Euro-Krise wieder in den Blick der Investoren rücken.

Hamburg - Lässt sich von der Internetpräsenz eines Unternehmens auf seine Wirtschaftskraft schließen? Im Falle Reyal Urbis ist das nicht zu hoffen. Ansprechpartner? Fehlanzeige. Meldungen, die die aktuelle Entwicklung beschreiben? Fehlanzeige. Mehrere Anfragen aus Deutschland ließ das spanische Unternehmen unbeantwortet.

Dabei steht Reyal Urbis ein entscheidender Tag bevor. Am Samstag (23. Februar) endet die die Frist für eine mögliche Einigung mit seinen Gläubigern. Bislang waren alle Versuche dazu gescheitert. Am Dienstag hat das Unternehmen bereits die freiwillige Insolvenz beim "Juzgado de lo Mercantil nº 6" in Madrid beantragt. Die Gründe dafür sind eine derzeit für Spanien typische Geschichte.

Reyal Urbis verwaltet Immobilien, vor allem Bauland. In Zeiten des spanischen Immobilienbooms ein einträgliches Geschäft. Doch in Zeiten der Rezession droht es unter der Last der Schulden zusammenzubrechen. Denn die Banken sind nicht mehr bereit, Kredite zu verlängern. Bereits Ende 2011, neuere Zahlen hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht, lagen die Schulden bei 3,6 Milliarden Euro. In guten Zeit mag das kein Problem sein, nicht aber in einer Rezession und in einer Zeit, in der Aufsichtsbehörden den Banken strenger auf die Finger schauen.

"Banken haben riskante Geschäfte jahrelang finanziert"

Überraschend ist das nicht, findet Ivo Kretschmer. Er arbeitet für die spanische Bank renta4banco in Madrid und kennt die Stimmung im Land. Reyal Urbis, "das ist ein ganz normales Unternehmen", sagt er. Die Fehler liegen nach seiner Einschätzung nicht unbedingt nur in dem Unternehmen, sondern auch bei den Banken. "Die haben die Immobiliengeschäfte jahrelang finanziert. Und nun fällt ihnen auf, dass das risikobehaftet ist."

Und drehen den Geldhahn zu. Sei es die Sareb, die Bad Bank Spaniens, Banco Santander, Banco Popular oder der Hedgefonds Appaloosa Management, sie alle wollen dem Unternehmen offenbar keine weiteren Kredite mehr gewähren.

Zu jenen Unternehmen, die einer Refinanzierung starken Widerstand entgegensetzten, gehörte angeblich auch die deutsche Eurohypo. Reyal Urbis seinerseits versucht offenbar seit Mitte Dezember 2012 einen Käufer für das Edeleinkaufszentrum ABC-Serrano zu finden. Doch bislang ohne Erfolg. Das zeigt, wie sehr die Immobilien das Herz der spanischen Wirtschaft waren - und der Infarkt nun alles lahmlegt.

Das Signal der endgültigen Pleite von Reyal Urbis wäre daher für die Börse bedenklich - denn gemeinsam mit der Italienwahl rückten damit die vergessen geglaubten Probleme der Euro-Region wieder in den Vordergrund. Für Spanien indes dürfte es nichts ändern -"das Land ist einer Rezession, bezahlen werden jene, die sowieso schon leiden", sagt Kretschmer. Und die Immobilienbranche? "Sie glauben doch nicht, dass auf absehbare Zeit Immobilien in Spanien verkauft werden", sagt Kretschmer. "So etwas dauert Jahre."

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