Montag, 3. August 2015

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VW-Chef Winterkorn verzichtet auf Millionen

VW-Chef Winterkorn: "Steigerungen können nichts ins Uferlose gehen"

Mit 17 Millionen Euro führte Martin Winterkorn 2011 die Liste der Topverdiener an. Nun soll der VW-Chef weniger bekommen, Gewerkschafter zeigen sich dennoch verärgert. In der Schweiz sorgt derweil eine Millionenabfindung für den zurückgetretenen Novartis-Chef für Aufsehen.

Hannover - VW-Chef Martin Winterkorn soll für 2012 weniger Geld bekommen als im Jahr zuvor. Winterkorn habe einem Gehalt von 14 Millionen Euro zugestimmt, obwohl ihm laut Vertrag 20 Millionen zugestanden hätten, berichtete der "Spiegel". Winterkorn hatte für 2011 ein Rekordgehalt von 17 Millionen Euro erhalten. "Bei allem Erfolg des Konzerns können die Steigerungen nicht ins Uferlose gehen", sagte Winterkorn laut Spiegel-Vorabmitteilung.

Die Debatte über Managergehälter ist indes wieder in vollem Gange. DGB-Chef Michael Sommer hält die Bezahlung vieler deutscher Manager für maßlos. IG-Metall-Chef Berthold Huber fordert Obergrenzen bei Vorstandsgehältern.

Laut "Spiegel" hat sich das Präsidium des VW-Aufsichtsrats geeinigt, Winterkorns Vertrag zu ändern. Ein VW-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die bevorstehende Aufsichtsratssitzung am 22. Februar.

Auch die Verträge der übrigen acht Konzernvorstände sollen dem Bericht zufolge geändert werden. Boni solle es für die Topmanager künftig zudem nur noch geben, wenn Volkswagen Börsen-Chart zeigen einen Gewinn von mindestens fünf Milliarden Euro erwirtschafte.

Millionenabfindung für Novartis-Chef

IG-Metall-Chef Huber, der auch Vize-Aufsichtsratschef bei VW ist, regte an, die Zahl der Beschäftigten zu einem Kriterium für die variable Vergütung zu machen. Von pauschalen Lösungen halte er nichts, weil die Unternehmen sehr unterschiedlich seien, sagte er dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Er habe aber den Eindruck, ein Großteil der Bevölkerung sehe das Limit bei etwa zehn Millionen Euro. "Viele Menschen, die mich auf das Thema ansprechen, markieren die Grenze bei einem zweistelligen Millionen-Betrag."

DGB-Chef Sommer sagte der "Passauer Neuen Presse": "Mir kann niemand erzählen, dass innerhalb eines Unternehmens die Arbeit des Chefs 300 Mal mehr wert sein soll als die anderer Beschäftigter." Es sei Zeit für mehr Transparenz. "Mehr öffentliche Aufmerksamkeit wird dazu führen, dass die Selbstbedienungsmentalität in den Führungsetagen beschränkt wird."

In der Schweiz hat währenddessen eine Millionenabfindung für den zurückgetreten Chef des Pharmakonzerns Novartis Börsen-Chart zeigen für Empörung gesorgt: Der 59-jährige Daniel Vasella soll 72 Millionen Franken (58,5 Millionen Euro) dafür bekommen, dass er sechs Jahre lang nicht für die Konkurrenz tätig wird, sondern Novartis berät. Pro Tag sind das rund 33.000 Franken.

ts/dpa-afx

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