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08.02.2013
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2000 Arbeitsplätze weg
Kahlschlag bei ThyssenKrupp

ThyssenKrupp-Mitarbeiter im Stahlwerk: Die Sparte hat zuletzt nicht einmal ihre Kapitalkosten gedeckt
REUTERS

ThyssenKrupp-Mitarbeiter im Stahlwerk: Die Sparte hat zuletzt nicht einmal ihre Kapitalkosten gedeckt

Mit allen Mitteln versucht ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger, den angeschlagenen Industriekonzern wieder auf Kurs zu bringen. Nun setzt er den Rotstift bei den Mitarbeitern an: Bis September 2015 sollen in der Stahlsparte mindestens 2000 Stellen wegfallen.

Essen - In der Sparte Steel Europe sollen mindestens 2000 der 27.600 Arbeitsplätze wegfallen, teilte ThyssenKrupp mit. Durch mögliche Verkäufe könne sich die Belegschaftszahl um weitere 1800 Mitarbeiter reduzieren. Davon betroffen sei auch die Verwaltung in der Duisburger Zentrale der Sparte. Die Maßnahmen sollen bis zum Geschäftsjahr 2014/15 umgesetzt sein.

Die europäische Stahlsparte von ThyssenKrupp Chart zeigen leidet stark unter der Branchenkrise und der schwachen Nachfrage. Die Kunden in Europa halten sich wegen der unsicheren Konjunkturentwicklung mit Bestellungen zurück und bauen stattdessen ihre Lager ab. In Spanien und anderen hoch verschuldeten Staaten Südeuropas ist wegen des von den Regierungen verordneten Sparkurses die Nachfrage regelrecht eingebrochen.

Selbst um Sondereffekte bereinigt lag die Marge in der Stahlsparte zuletzt unter den Kapitalkosten. Steel Europe hatte im Geschäftsjahr 2011/12 einen operativen Gewinn (Ebit) von 188 Millionen Euro eingefahren - nach 1,1 Milliarden Euro im Jahr zuvor.

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte deshalb im Dezember angekündigt, sich die Sparte genauer anschauen zu wollen. An dem Geschäft selbst will er aber nach früheren Aussagen festhalten: "Wir wollen einen Weg finden, um Steel Europe erfolgreich weiterzuführen."

500 Millionen Euro weniger Kosten

Durch die jetzt geplanten Stellenstreichungen und weitere Maßnahmen sollen die Kosten um rund 500 Millionen Euro sinken. Die Summe ist einem Sprecher zufolge Teil des Sparziels von rund zwei Milliarden Euro, das Hiesinger bereits verkündet hatte.

Die IG Metall forderte, der Stellenabbau müsse ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne gehen. Zudem müsse es "Investitionen in eine nachhaltige Stahlstrategie am Standort Deutschland" geben.

Der Traditionskonzern steckt in der größten Krise seit der Fusion von Thyssen und Krupp 1999. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende September) hatte Hiesinger einen Verlust von fünf Milliarden Euro bekanntgeben müssen - der mit Abstand höchste Fehlbetrag in der Firmengeschichte. Hintergrund waren unter anderem Abschreibungen auf das Übersee-Stahlgeschäft mit Werken in Brasilien und den USA. Von beiden Werken will sich Hiesinger trennen, die Verhandlungen mit potentiellen Käufernlaufen derzeit noch.

Zudem kommen auf ThyssenKrupp Schadensersatzforderungen wegen illegaler Kartellabsprachen mit Schienenherstellern zu. Als Konsequenz aus dem Amerikadebakel sowie mehreren Korruptions- und Kartellskandalen hatte der Konzern bereits den halben Vorstand entlassen. Die Bilanz für das erste Quartal 2012/2013 soll am kommenden Dienstag (12. Februar) veröffentlicht werden.

mg/dpa-afx/afp/rtr

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