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08.02.2013
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MAN
Streng dosierter Pessimismus

Aus München berichtet Cornelia Knust

DPA

Haltung bewahren und trotzdem den Kopf hängen lassen - diese Körperhaltung wurde dem MAN-Vorstand etwas schwer. Da Volkswagen einen Beherrschungsvertrag anstrebt und Beobachter ein späteres Squeeze-out-Verfahren für möglich halten, würden hohe Renditeversprechen nur stören.

München - "Wir sind nicht aus der Gefahr". Anders Nielsen, der Vorstandssprecher von MAN Nutzfahrzeuge, warnt vor zu großen Erwartungen für dieses Jahr. Doch nach echtem Pessimismus klingt das auch nicht: "Das zweite Quartal wird sicherlich besser als das erste. Wir haben jetzt ein halbes Jahr Kurzarbeit vereinbart, und dann sehen wir weiter".

Auch Finanzvorstand Frank Lutz deutet am Rande der Bilanzpressekonferenz an, dass die Geschäfte, die sich im letzten Viertel von 2012 wieder gefangen hatten, im Januar weiter ganz gut laufen. Das kürzlich von der Gewerkschaft IG Metall geäußerte Lob zur jüngsten Vereinbarung mit MAN (Kurzarbeit mit Aufstockung auf 95 Prozent, keine Entlassungen) deutet ebenfalls darauf, dass ganz harte Maßnahmen nicht im Raum stehen.

Selbst Georg Pachta-Reyhofen, Vorstandsvorsitzender der noch existierenden Holding MAN Chart zeigen SE, bezeichnet 2013 zwar als schwieriges Jahr, sieht aber für 2014 ein "erheblich besseres Marktumfeld".

Die Kommunikation ist kompliziert, will doch VW die jetzt im M-Dax notierte MAN SE über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag eng an sich binden und - zu einem möglichst geringen Börsenkurs - weitere Aktien zukaufen.

Verhaltene Prognose - auch die Schifffahrtskrise trifft MAN

Noch nicht offiziell, aber plausibel ist, dass MAN bald danach per Abfindungsangebot (Squeeze-out) an die letzten freien Aktionäre von der Börse genommen wird. Auch da würden hohe Renditeversprechen für die Zukunft, die man ja auf die Gegenwart abdiskontieren könnte, nur stören.

Im Pflichtangebot an die MAN-Aktionäre 2011 hatte VW Pläne für Beherrschungsvertrag und Sqeeze-out noch ausgeschlossen. Doch schon bei der letzten Hauptversammlung 2012 hatte Ferdinand Piech, der Aufsichtsratsvorsitzende von VW und MAN, den erzürnten Kleinaktionären nur den lapidaren Satz zu bieten: "Wir halten uns alle Optionen offen".

Entsprechend verhalten kommt die offizielle Prognose des Konzerns für dieses Jahr daher: nochmals ein niedrigerer Umsatz und ein noch stärkerer Rückgang beim operativen Ergebnis. Denn nun erwische es auch das zweite und renditeträchtigere Standbein der MAN, die Großmotoren, das wegen der Schifffahrtskrise weniger Aufträge einfährt.

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