Dienstag, 28. April 2015

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Mexikanischer Ölkonzern Explosion erschüttert Pemex-Zentrale

Noteinsatz am Donnerstagabend: Das Gebäude war einst das höchste in Zentralamerika

Mindestens 25 Tote, mehr als hundert Verletzte - eine Explosion hat die Hauptverwaltung des Staatskonzerns Pemex in Mexiko-Stadt getroffen. Die Ursache ist noch nicht klar. Für den Erdölriesen ist es der Gipfel einer Serie tödlicher Unfälle.

Mexiko-Stadt - Eine Explosion in der Zentrale des staatlichen mexikanischen Ölkonzerns Petróleos Mexicanos (Pemex) hat mindestens 25 Menschen das Leben gekostet. Bei der Detonation am Donnerstag wurden nach Angaben des Innenministers Miguel Ángel Osorio Chong in Mexiko-Stadt zudem 101 Menschen verletzt. Es werde weiter nach verschütteten Menschen unter den Trümmern gesucht, sagte der Minister auf einer Pressekonferenz am späten Donnerstagabend (Ortszeit) vor dem Gebäude.

Die genaue Ursache der Explosion um 15.45 Uhr Ortszeit (22.45 Uhr MEZ) im Keller des Gebäudes war zunächst unklar. Osorio Chong kündigte eine gründliche Untersuchung an. Pemex-Quellen erwähnten eine Überhitzung der Klimaanlage des Gebäudes. Einige Zeugen sprachen von zwei Detonationen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Erdöltechniker, Moisés Flores, sprach von einer mangelhaften Wartung der Heiz- und Kühlanlage.

Viele der mehr als 10.000 Angestellten der Pemex-Verwaltung standen zum Zeitpunkt der Explosion kurz vor ihrem Feierabend. "Plötzlich gab es eine große Erschütterung, die erste Etage war voll von Trümmern, das Licht ging aus", sagte der Angestellte Cristian Obele dem Fernsehsender Milenio. Glasscherben seien in alle Richtungen geflogen, erzählte eine Überlebende unter Tränen.

Pemex-Tower gilt als besonders erdbebensicher

Präsident Enrique Peña Nieto eilte zum Unglücksort. Der 214 Meter und 54 Etagen hohe Gebäudekomplex wurde geräumt und die Straßen der Umgebung gesperrt. Die Explosion geschah nicht im Hauptturm, sondern in einem der beiden Nebengebäude, dem Tower B2. Der 1984 eingeweihte Pemex-Tower, das zweithöchste Gebäude in Mexiko-Stadt, gilt als besonders erdbebensicher. Er konnte dem Beben der Stärke 8,2 von 1985 ohne Schäden widerstehen.

Das Unternehmen versicherte, sein Betrieb werde wie gewohnt fortgesetzt. Alle Verpflichtungen gegenüber Handelspartnern würden eingehalten. Präsident Peña Nieto hatte noch am Vortag über Twitter energisch die Möglichkeit einer Privatisierung von Pemex im Rahmen einer geplanten Reform der Energiepolitik dementiert. Das staatliche Unternehmen gehört mit 32 Milliarden Dollar Umsatz (2012) zu den größten Erdölkonzernen der Welt.

In der jüngeren Vergangenheit hat es bei Pemex mehrere tödliche Unfälle gegeben. Im September 2012 waren in einem Pemex-Gaslager im nordmexikanischen Bundesstaat Tamaulipas bei einer Explosion 30 Menschen umgekommen.

ak/dpa/rtr

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