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31.01.2013
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Infineon
Rettung aus der Autoindustrie

Aus München berichtet Cornelia Knust

Reinraum bei Infineon in Dresden: Talsohle erreicht?
Infineon

Reinraum bei Infineon in Dresden: Talsohle erreicht?

Infineon sieht bessere Zeiten kommen. Das Geschäft mit den Infrastrukturanbietern ist zwar beinahe zusammengebrochen, doch der China-Boom der Autoindustrie geht weiter. Trotz Dollar-Schwäche will der Vorstand die Renditeziele erreichen.

München - Manchmal ist es eine gute Nachricht, wenn es keine Nachricht gibt - gerade in der volatilen Halbleiterindustrie. Die Anleger quittierten den Quartalsbericht von Infineon Chart zeigen jedenfalls mit einem Kursgewinn und auch die Analysten äußerten sich überwiegend entspannt.

Denn dass der Münchner Konzern die Jahresprognose unverändert lässt und keine weiteren Sparmaßnahmen ankündigt, zeugt von erstaunlichem Optimismus in einem insgesamt mauen Marktgeschehen. Zumal die Sparte Industrie im ersten Quartal (Oktober bis Dezember) in die Verlustzone gerutscht ist. Außerdem hat sich der Dollar-Kurs Chart zeigen zu Ungunsten des Herstellers verändert und 6 Millionen Euro Quartalsergebnis gekostet.

Gleichzeitig seien aber etwa 30 Millionen Euro Kosten gespart worden, zum Beispiel über eine Verschiebung von Gehaltserhöhungen, berichtet der Vorstand in einer Telefonkonferenz. Er glaubt weiter, mit solchen vorübergehenden Maßnahmen, Kurzarbeit und Stilllegung von Anlagen über den Abschwung zu kommen.

Fehlendes Volumen für die neuen Anlagen

Der Boden des Zyklus sei vermutlich schon erreicht, sagt Finanzchef Dominik Asam. Bis man wieder am Höhepunkt angelangt sei, dürften aber noch zwei bis drei Jahre vergehen, meint er. Erst wenn das Absatzvolumen reiche, um die Fertigung der neuen superdünnen 300-Millimeter-Halbleiter richtig ans Laufen zu bringen, seien wieder 15 Prozent Umsatzmarge drin.

Zuversichtlich gibt sich der seit Oktober amtierende Vorstandschef von Infineon, Reinhard Ploss. Er sieht für das zweite Geschäftsquartal (Januar bis März) eine "Verbesserung der Gesamtsituation". Die Prognose für das Gesamtjahr von unter 10 Prozent Umsatzrückgang und einer Marge mehr als 5 Prozent vom Umsatz behält er bei: "Für diese Guidance sind unsere Sparmaßnahmen richtig", sagt er.

Kurzfristig Hoffnung macht aber nur die Sparte, die die Autoindustrie beliefert, zum Beispiel mit Steuerungen für Motoren. Sie soll schon im zweiten Quartal wieder steigende Umsätze zeigen. Die Prognosen der Marktforscher sind gut, gerade deutsche Autohersteller haben Chancen auf dem wieder anspringenden chinesischen Markt. Diese größte Sparte des Infineon-Konzerns weist allerdings vergleichsweise geringe Renditen aus (rund 5 Prozent sollen es werden) und leidet unter hohem Preisdruck am Markt.

Das gebeutelte Industriegeschäft - hier beliefert Infineon Hersteller von Windkraft- oder Solaranlagen und Anbieter von Schnellzügen - soll sich beim Umsatz zumindest stabilisieren. Dass China hohe Investitionen in erneuerbare Energien plant, könnte die Geschäftsaussichten aufhellen.

Auch das konsumlastigere Geschäft mit Bauteilen für Smartphones und Tablet-Computern zeigt laut Vertriebsvorstand Arunjai Mittal ein starkes Wachstum. Hier habe Infineon die Fähigkeiten, an jedem verkauften Tablet einen Anteil von rund zwei Dollar Umsatz zu erringen. Wie hoch der Anteil derzeit ist, gab Mittal allerdings nicht preis.

Die reinen Zahlen sind dennoch ernüchternd: eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von nur noch 5 Prozent, ein Free Cashflow von minus 128 Millionen Euro im Quartal, daher und wegen eines Aktienrückkaufprogramms auch ein Absinken der Nettoliquidität um 9 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro.

Die gute Nachricht: Nach wie vor befinden sich nur die 1120 Mitarbeiter im Werk Warstein in Kurzarbeit. Ploss wiederholt sein Mantra "Lieferfähigkeit bei hoher Qualität" und beschließt seinen Vortrag fast drohend: "Wir werden unsere Chancen am Markt nutzen."

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