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30.01.2013
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Dreamliner-Desaster
Was Boeing das Flugverbot kostet

Von Kristian Klooß

Boeings Pannenflieger: Dreamliner in Turbulenzen
Fotos
REUTERS/ Kyodo

Der Flugzeugbauer Boeing hat für 2012 eine solide Bilanz vorgelegt. Doch nun geht es um die Frage, wie sich die Pannenserie des Dreamliners auf die künftigen Zahlen des Airbus-Rivalen auswirkt. Inzwischen hat sogar Tesla-Gründer Elon Musk Hilfe angeboten.

Hamburg - Der 25. Mai 1979 war kein guter Tag für die amerikanische Luftfahrt. Es war der Tag, an dem eine DC-10 der Fluggesellschaft American Airlines kurz nach dem Start vom Chicagoer O'Hara International Airport in eine Wohnwagensiedlung stürzte, nachdem sich ein Triebwerk von der Tragfläche gelöst hatte. Nachdem auch bei anderen Modellen der DC-10 Risse aufgetreten waren, entzog die US-Flugaufsichtsbehörde FAA dem Flugzeug die Lizenz und legte weltweit sämtliche Maschinen für mehrere Wochen still.

Für McDonnell Douglas - die Anfang der Siebziger im Wettbewerb gegen Boeings 747 und Lockheeds TriStar zurückgefallen waren - hätte der Erfolg der DC-10 das Comeback in der zivilen Luftfahrt bedeuten sollen. Stattdessen läutete die Pannenserie ihr Ende ein. McDonnell Douglas wurde schließlich im Jahr 1997 von Boeing Chart zeigen übernommen.

Dass die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA einem Flieger den Start verwehrte, ist seither mehr als 33 Jahre nicht mehr vorgekommen - bis zum 16. Januar dieses Jahres. Eine Boeing 787-8 der All Nippon Airways (ANA) war an diesem Tag wegen Rauchentwicklung im Cockpit in Japan notgelandet, nachdem schon in den Wochen zuvor immer wieder Probleme an dem als Dreamliner bezeichneten Flieger aufgetreten waren.

Noch am selben Tag entschieden die ANA und Japan Airlines (JAL), vorerst alle Dreamliner am Boden zu lassen und zu überprüfen. Einen Tag später ordnete Die US-Luftfahrtbehörde FAA an, alle 787-Maschinen am Boden zu halten. Einen weiteren Tag später schlossen sich Europa, Japan und Indien an.

Boeing hat Airbus gerade wieder überholt

Für Boeing war diese Nachricht ein Schlag. Zumal der US-Konzern mit dem Ende 2011 erstmals ausgelieferten Flugzeug große Hoffnungen verknüpfte - man wollte Airbus nach Jahren des Hinterherfliegens wieder dauerhaft überholen.

2012 hat Boeing - dank des Dreamliners - dieses Ziel erreicht. So lieferten die Amerikaner im vergangenen Jahr 601 Flugzeuge aus. Airbus brachte es nur auf 588 - und blieb damit erstmals seit Jahren hinter den Amerikanern zurück. Bei den 2012 eingegangenen Aufträgen wird das Bild noch deutlicher. 833 Auftragseingängen bei Airbus stehen 1203 auf Seiten Boeings gegenüber.

Auch ein Blick auf die Bilanz, die Boeing an diesem Mittwoch präsentiert hat, zeigt, dass die Pannenserie den Konzern nicht gerade in einer Schwächephase trifft. Boeing steigerte den Umsatz im vierten Quartal 2012 auf 22,3 Milliarden Dollar, im gesamten Jahr sogar um 19 Prozent auf 81,7 Milliarden Dollar und lag damit leicht über den Erwartungen der Analysten - der Aktienkurs Chart zeigen legte unmittelbar nach den Zahlen zu.

Und doch steht das Zahlenwerk des US-Flugzeugbauers hinter den Sorgen um das Zukunfsprojekt Dreamliner zurück. Denn wie sehr künftige Umsätze und Gewinne vom aus Karbon gebauten Leichtgewicht der Lüfte abhängen, zeigt ein Blick in die Bücher des Unternehmens. Dort haben sich in den vergangenen Jahren alleine 848 Dreamliner-Bestellungen angesammelt.

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