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16.01.2013
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Flughafen BER
Bosch und Siemens weisen Schuld am Flughafendebakel von sich

Von Arvid Kaiser

Haustechnik in Schönefeld: Die kilometerlange Entrauchungsanlage muss 3,4 Millionen Kubikmeter Luft pro Stunde absaugen können
DPA

Haustechnik in Schönefeld: Die kilometerlange Entrauchungsanlage muss 3,4 Millionen Kubikmeter Luft pro Stunde absaugen können

Deutschlands größtes Bauprojekt wird zum Gespött der Welt. Während der Skandal am Berliner Großflughafen politisch hohe Wellen schlägt, ist es um die beteiligten Weltkonzerne noch ruhig. Doch jetzt nehmen die Angriffe auf sie zu.

Hamburg - Am Bau gelten eigene Regeln. Eine davon lautet, dass man Kollegen nicht des Pfuschs bezichtigt, was immer man von deren Arbeit hält. Deshalb ist bemerkenswert, wie sich der berlin-brandenburgische Bauverbandspräsident Marcus Becker jüngst im "Tagesspiegel" zum Debakel an der Schönefelder Flughafenbaustelle äußerte: "Die Schuldigen sind die großen Technikfirmen, die mit dem Brandschutz befasst sind."

So deutlich hatte das bisher noch keiner ausgesprochen. Zwar tauchten die Namen von Bosch, Siemens Chart zeigen, den Gebäudetechnikern Imtech Chart zeigen und YIT Chart zeigen sowie der Deutschen Telekom Chart zeigen immer wieder am Rand der Diskussion auf. Im Kern kreiste die aber stets um Mängel in Planung und Aufsicht, vor allem die politische Verantwortung der Landesfürsten Klaus Wowereit und Matthias Platzeck. Was operativ schief gelaufen ist, blieb bislang ungeklärt.

Probleme gibt es viele an dem Großprojekt, von überbelegten Kabelsträngen bis zu nicht isolierten Kühlleitungen, doch dieses eine nennt die Flughafengesellschaft schon zum dritten Mal in Folge als Grund für die Verschiebung des Eröffnungstermins: "Probleme mit der Brandschutzanlage, insbesondere bei der Nachströmung im Brandfall sowie der Komplexität der Gesamtanlage." Diese Probleme wurden allerdings schon bei den vergangenen beiden Malen als Absagegrund genannt. Was hat sich nun im Detail verändert?

Noch im Dezember hatte der Flughafen von ersten erfolgreichen Tests der Anlage - wenn auch mit von Hand gesteuerten statt vollautomatischen Entrauchungsklappen - berichtet, die bis Ende Februar fortgesetzt werden sollten, um rechtzeitig zur Eröffnung im Mai die amtliche Genehmigung zu bekommen. Auch Umbauten wurden zu diesem Zweck bereits begonnen, beispielsweise an ebenenwechselnden Gepäckförderbändern Rauchabschlüsse eingebaut, um den Rauch im Brandfall innerhalb einer Etage zu halten.

Die Lösung schien so nahe. Und auch wenn es die größte Anlage dieser Art sein mag, zudem mit der besonderen Hürde einer unterirdischen statt den Gesetzen der Thermik nach oben folgenden Ableitung des Rauchs - gegenüber manager magazin online zeigt sich ein Techniker einer an anderen Flughäfen aktiven Brandschutzfirma verwundert, dass dieses Thema das Projekt so lange aufhalten kann.

Trotzdem berichtet der im Sommer aus Frankfurt geholte Technikchef Horst Amann nun, die Probleme seien "noch schwerwiegender, als in den vergangenen Wochen angenommen", sogar "fast grauenhaft". Mit der vorhandenen Installation komme man nicht weiter.

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