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11.01.2013
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Nach Luxus-Reisen
ThyssenKrupp-Aufseher Eichler gibt auf

"Nicht alles richtig, was zulässig ist": Bertin Eichler, Mitglied des Aufsichtsrats bei ThyssenKrupp, zieht sich aus dem Kontrollgremium zurück
dapd

"Nicht alles richtig, was zulässig ist": Bertin Eichler, Mitglied des Aufsichtsrats bei ThyssenKrupp, zieht sich aus dem Kontrollgremium zurück

Die Negativschlagzeilen um ThyssenKrupp reißen nicht ab. Milliardenverluste, Kartellverstöße, Rausschmiss des halben Vorstands und jetzt noch Luxusreisen des Aufsehers Bertin Eichler. Dem Konzern steht ein heißes Aktionärstreffen bevor.

Düsseldorf - Der wegen Erster-Klasse-Flügen auf Firmenkosten in die Kritik geratene stellvertretende Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp, Bertin Eichler, zieht sich aus dem Kontrollgremium zurück. Er werde bei der 2013 anstehenden Wahl der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat nicht mehr kandidieren, teilte Eichler über die IG Metall mit.

"Es handelte sich um Reisen in Wachstumsmärkte, im Wesentlichen für die weiter aufstrebenden und rentablen Geschäftsfelder Anlagenbau und Aufzüge", ließ Eichler mitteilen. Er räumte aber ein: "Dennoch ist nicht alles richtig, was zulässig ist und üblich war. Aus diesem Grund werde ich ThyssenKrupp die Differenz der Kosten der First-Class-Flüge zu Business-Klasse erstatten."

Zuvor hatte das "Handelsblatt" über mehrere Luxusreisen Eichlers nach China, Thailand, USA oder Kuba berichtet. Zwar seien die Reisen auch immer mit geschäftlichen Aktivitäten verbunden gewesen. Nach Recherchen der Zeitung hätten sie aber auch touristische Elemente enthalten.

So hätten die Brasilien-Reisenden einen Ausflug zu Rios berühmtem Wahrzeichen, dem Zuckerhut, gemacht. Bei einer Reise nach China spendierte der Essener Traditionskonzern dem Bericht zufolge der Delegation einen Bummel durch das Spielerparadies Macau. In Schanghai habe sich Eichler vor acht Jahren zu einem Formel-1-Rennen einladen lassen.

ThyssenKrupp steht heiße Hauptversammlung bevor

Die großzügigen Reisen auf Firmenkosten nährten den Verdacht, dass das ThyssenKrupp-Management die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat habe gütig stimmen wollen, schreibt die Zeitung. Eichler wies dagegen den Verdacht entschieden zurück, durch die Reisen sei seine Aufsichtsratstätigkeit für das Unternehmen beeinflusst worden.

Nach Milliardenverlusten, Kartellverstößen, dem Rausschmiss des halben Vorstands und dem nun freiwilligen Rückzugs Eichlers aus dem Kontrollgremium, steht ThyssenKrupp kommende Woche Freitag eine heiße Hauptversammlung bevor. Bei den Aktionären und Aktionärsschützern hat sich jedenfalls eine Menge Wut aufgestaut.

Insbesondere Aufsichtsratschef Gerhard Cromme wird sich warm anziehen müssen. "Cromme muss weg", fordern einige Anteilseigner vor dem Treffen in der Ruhrgebietsstadt. Der 69-Jährige steht seit 2001 dem Kontrollgremium vor. In diese Zeit fallen Fälle illegaler Preisabsprachen ebenso wie die Planungen für das Desaster mit den neuen Stahlwerken in Übersee. Cromme lehnt einen Rücktritt jedoch ab.

rei/dpa-afx/rtr

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