Autoindustriemanager magazin RSS  - Autoindustrie

Alle Artikel und Hintergründe


03.01.2013
Twitter GooglePlus Facebook

Produktionsstopp
Frankreich verliert Status als Luxusauto-Produzent

Citroën C6: Produktionsstopp vor Weihnachten

Citroën C6: Produktionsstopp vor Weihnachten

Es ist das Ende einer Ära: Frankreich hat sich aus der Produktion von Oberklasseautos verabschiedet, Weihnachten lief der letzte Citroën C6 vom Band. Frankreichs Autoindustrie muss damit einen weiteren herben Rückschlag einstecken.  

Hamburg - Schärfer könnte der Kontrast kaum ausfallen. Die Hersteller von Oberklasseautos in Deutschland wie Audi, BMW und Daimler feiern Verkaufsrekorde, in Frankreich dagegen ist die Produktion von Luxusautos gar komplett eingestellt worden. Kurz vor Weihnachten, am 19. Dezember 2012, lief in Rennes der letzte Citroën C6 vom Band, oder wie die Franzosen sagen "die" letzte C6. Das Ende einer Ära.

Der Nachfolger des berühmten DS verschwand sang- und klanglos, 2012 wurden nach Medienberichten nur noch 500 Stück des 57.000-Euro-Autos verkauft. Nun gibt es zwar noch das aktuelle Topmodell des Konkurrenten Renault, den großen Latitude. Der aber ist gar kein echter Franzose, sondern ein Samsung-Modell aus Asien mit französischem Markenzeichen vorne drauf.

Mit dem C6 endet somit das glorreiche Kapitel französischer Luxusautos: Der Citroën DS kam in den 50er Jahren als ernsthafter Herausforderer von Mercedes auf den Markt - war aber mit seiner hydropneumatischen Federung und dem Frontantrieb technisch viel weiter als die Autos mit dem Stern. 20 Jahre vorher hatte Citroën bereits mit dem Traciton Avant einen Meilenstein gesetzt: das erste Frontantriebsauto.

Auch die beiden anderen französischen Marken Peugeot Chart zeigen und Renault haben eine beachtliche Geschichte der Luxusautos: Peugeot stoppte aber schon im Jahr 2010 die Produktion des 607 - das Auto diente bis dahin den Präsidenten Nicolas Sarkozy und dessen Vorgänger Jacques Chirac als Dienstwagen. Trotzdem blieb der Erfolg aus. Renault Chart zeigen versuchte sich bis 2009 mit dem spektakulären und luxuriösen Vel Satis - dem Auto mit dem Knick in der gigantischen Heckklappe.

Das große Problem der Oberklasseautos aus Frankreich war nicht die Technik, sondern das Image: Der DS musste neben der Ente bestehen, der C6 neben Billigminis wie dem C1. Deutsche Luxusanbieter verkaufen inzwischen zwar auch kleine Autos wie den Mini oder den Audi A1, haben ihnen aber das edle Image der großen Limousinen mitgegeben. Darüber hinaus gelang es den Franzosen aber insbesondere auch nicht, für ihre ALuxusautos neue Käufer in den ehemaligen Schwellenländern zu finden, den riesigen Märkten wie China, Indien oder Brasilien. Aber auch genau das gelang der deutschen Konkurrenz zusätzlich, und so steht sie derzeit vergleichsweise gut da.

Der Oberklasseautohersteller BMW beispielsweise hat 2012 den Absatz um knapp 8 Prozent gesteigert und damit einen neuen Absatzrekord für das Unternehmen aufgestellt. Dazu trug eben das Exportgeschäft etwa nach China bei. Zudem habe sich BMW aber auch auf vielen mittelgroßen Märkten wie Australien, Russland, Korea und Türkei eine starke Stellung erarbeitet. "Und diese Märkte wachsen weiter", sagte BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner zuletzt.

Ebenfalls auf Wachstumskurs im Luxussegment bleibt Audi. In den ersten elf Monaten des Jahres 2012 konnten die Ingolstädter den Abstand zu BMW Chart zeigen verringern, liegen aber immer noch deutlich hinter den Münchenern zurück. Der Absatz von Audi-Fahrzeugen legte bis Ende November um 13 Prozent auf 1,34 Millionen zu.

Ebenfalls ganz nach oben will Daimler Chart zeigen. Die Stuttgarter fielen jedoch zuletzt vor allem wegen der Probleme in China deutlich hinter die beiden bayerischen Konkurrenten zurück. Bis Ende November verkaufte Daimler mit 1,29 Millionen Autos gerade mal knapp 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. 2020 will Daimler-Chef Dieter Zetsche aber rund 2,6 Millionen Autos verkaufen.

Wer noch ein paar Jahre in französischem Luxus umherfahren will, kommt jetzt günstig zum Zug: Fünf Jahre alte C6 werden ab 8000 Euro gehandelt, ähnlich alte Vels Satis ab 6000 Euro.

Claus-Peter Tiemann/kst/dapd

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Carsharing
Zahl der registrierten Carsharer erreicht eine Million
ZF-Chef Stefan Sommer
Der Kraftakt des kühlen Strategen
Die Lieblingsautos der Deutschen
Opels Corsa schlägt Audi
Autozulieferer
ZF Friedrichshafen drängt an die Weltspitze

© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger