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31.12.2012
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Silvestergeschäft
Feuerwerker in der Chinafalle

Von Kristian Klooß

Drei-Tages-Branche: Deutschlands Feuerwerkhersteller im Vergleich
Fotos
Weco

Ob Weco, Comet, Keller oder Nico: Kein deutscher Feuerwerkhersteller kommt um Produktionsstätten im Südwesten Chinas herum. Das Problem: Nicht nur die Chinakracher explodieren, sondern auch Löhne, Wechselkurse, Rohstoffpreise und Transportkosten.

Hamburg - Dafür, dass die deutsche Feuerwerkbranche nur an drei Tagen im tiefsten Winter Produkte verkaufen darf, lief es in den vergangenen Jahren recht gut. Gemächlich, aber konstant kletterten die Umsätze dank immer größerer Feuerwerke und immer höherer Preise Jahr für Jahr um ein paar Prozent. 96 Millionen Euro waren es 2006, 104 Millionen 2008 und 113 Millionen 2010.

2012 stehen die Dinge indes ein wenig anders. "Wir hoffen, dass wir die 115 Millionen Euro Umsatz des vergangenen Jahres erreichen", sagt Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Verbands der pyrotechnischen Industrie. Wobei auch das Wetter mitspielen müsse. "Wenn es Bindfäden regnet, kann das schon ein paar Millionen Euro Umsatz kosten."

Kurzum, die Absatzsteigerungen vergangener Jahre sind passé. Doch das ist nur die eine Seite des Problems, dem sich die hiesigen Feuerwerksoligopolisten stellen müssen. Ein weiteres liegt auf der Produktionsseite. Knapp 8800 Kilometer entfernt. In der südwestchinesischen Provinz Hunan. Dort, wo Weco, Comet, Nico und Keller seit Jahrzehnten gekörntes Schießpulver verfüllen, Raketen und Böller verkleben und verknüpfen lassen.

Ebendort stiegen die Löhne in den vergangenen Jahren raketengleich. Rund 10 bis 20 Prozent mehr Geld im Jahr mussten die Feuerwerkhersteller den einheimischen Arbeitern Jahr für Jahr in die Lohntüten stecken.

Mit dem Bus statt barfuß

"Die Personalkosten sind ein Thema", sagt Horst Krokowski, Geschäftsführer des Bochumer Unternehmens Keller. Früher, erinnert er sich, seien die Mitarbeiter froh gewesen, wenn Sie barfuß in den Betrieb laufen konnten. Doch solche Zeiten seien vorbei. "In einer unserer Fabriken hat der Besitzer nun extra zwei Busse angeschafft, um das Personal abzuholen." Junge und ausgebildete Chinesen hätten inzwischen keine Lust mehr, die gefährlichen und schmutzigen Jobs in den Feuerwerkfabriken zu machen.

In den kommenden Jahren wird sich an diesem Trend nichts ändern. So hat Chinas Parteiführung im aktuellen Fünf-Jahres-Plan festgelegt, dass die Mindestlöhne im Land bis 2016 um 13 Prozent steigen sollen - per anno.

Solche Forderungen kommen nicht von ungefähr. Nachdem Arbeiteraufstände im vergangenen Jahrzehnt von der Ausnahme immer mehr zur Regel geworden waren, beschloss die Pekinger Zentralregierung schon 2008, neben Mindestlöhnen, eine Begrenzung von Überstunden und die Pflicht, Arbeitsverträge schritlich aufzusetzen.

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