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31.12.2012
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Silvestergeschäft
Feuerwerker in der Chinafalle

Von Kristian Klooß

Drei-Tages-Branche: Deutschlands Feuerwerkhersteller im Vergleich
Fotos
Weco

4. Teil: Aldi, Lidl und Edeka machen Druck

"Die Rohstoffpreise steigen im Schnitt um fünf Prozent pro Jahr", sagt Weco-Geschäftsführer Schreiber. Sein Unternehmen lässt als einziger deutscher Produzent noch immer einige Feuerwerkskörper an drei Fertigungsstätten in Deutschland und einer in Österreich zusammensetzen. "Trotzdem kommen auch wir am Standort China nicht vorbei", sagt Schreiber. Der Preisunterschied in einzelnen Produktkategorien sei einfach zu groß. "Das ist auch mit technischen Lösungen nicht aufzuholen."

Dennoch glaubt der Weco-Geschäftsführer an seine Strategie. "Am langen Ende stehen wir strategisch mit unseren eigenen Fertigungsstätten nicht so schlecht da, besser zumindest als die gesamte nationale und europäische Konkurrenz", sagt er.

Die ist von dieser Ansicht indes nicht überzeugt. "Die Kostenentwicklung ist beim Feuerwerk nicht schlechter als bei anderen Produkten aus China auch", sagt Comet-Geschäftsführer Richard Eickel. Es gebe zwar auch Fabriken in Mexiko, den Philippinen und anderen Billiglohnländern. "Aber da wird nicht die Qualität produziert, die wir in Deutschland brauchen." Beim Feuerwerk schlage das Herz nunmal in China, sagt Eickel. Er muss es wissen. Schließlich ist der chinesche Konsumgüterkonzern Li & Fung Großeigner seines Unternehmens.

Preisvorteil in Fernost bleibt gegeben

Ein Schicksal, dass auch der deutsche Wettbewerber Nico teilt. Das Unternehmen war einst ein Geschäftszweig des Rüstungskonzerns Rheinmetall. Seit einem Management-Buy-out im Jahre 2003 liegt ein Drittel der Gesellschafteranteile in chinesischer Hand. So sieht auch Nico-Geschäftsführer Kandler den Preisvorteil in Fernost noch immer als gegeben. "Wir sind da aber aufmerksam und schauen uns an, wie es in anderen Ländern aussieht."

Als ebenso wichtig wie den Preis erachtet indes auch Kandler die Qualität der Ware. Sein Unternehmen arbeitet seit Jahrzehnten mit einem halben Dutzend Fabriken im Südwesten Chinas zusammen. "Bis Sie die Prozesse und die Qualität so hinbekommen wie es in Deutschland erforderlich ist, das braucht schon lange", sagt Kandler.

Davon weiß auch Keller-Geschäftsführer Krokowski zu berichten. Schließlich war sein Unternehmen Anfang der 1960er Jahre - damals noch unter ihrem Gründer Franz Keller - der erste deutsche Direktimporteur von chinesischen Feuerwerken. Gleichzeitig führte Keller im Land des Drachen die Luftheuler ein. "Heute ist es mit den Chinesen eine Verbindung auf Augenhöhe", sagt Krokowski.

Dass sich daran etwas ändert, daran glaubt er nicht. "Wenn die Kosten weiter steigen, wird es eher so sein, dass das Feuerwerk teurer wird."

An diesem Punkt wartet allerdings wartet schon wieder ein Problem auf Keller, Comet und Co. "Die Kostensteigerungen sind konträr zu dem, was Aldi, Lidl und Edeka fordern", sagt Keller. Wer Oetker oder Henkel heiße, bei dem könnten sich das die Handelsketten nicht so leisten. "Mit einem Feuerwerkshersteller kann man das eher machen."

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