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14.12.2012
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Kupferkonzern Aurubis
Rotes Gold füllt die Kassen

Von Arvid Kaiser

Flüssiges Kupfer in der Hamburger Hütte: Aurubis weiß nicht, wohin mit dem Geld
DPA

Flüssiges Kupfer in der Hamburger Hütte: Aurubis weiß nicht, wohin mit dem Geld

Kaum ein deutscher Industriekonzern verdient trotz Krise so prächtig wie Aurubis. Europas größte Kupferhütte profitiert von der globalen Metallknappheit. Wenn es um weiteres Wachstum geht, zeigt sich der Konzern aber sparsam. Lieber beschenkt er die Aktionäre.

Hamburg - Keine großen Erwartungen zu schüren, gehört bei Aurubis zur Tradition. "Wir gehen auch im neuen Geschäftsjahr von einer zufriedenstellenden Ertragslage aus", sagte Konzernchef Peter Willbrandt am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. "Zufriedenstellend" ist mit Blick auf das zurückliegende Jahr eine glatte Untertreibung: Trotz Rezession auf dem europäischen Heimatmarkt brach der Konzern wieder einmal Rekorde bei Umsatz, Betriebsgewinn - und nach Vorschlag des Vorstands vor allem bei der Dividende.

Das ist hanseatisches Understatement: Erfolg haben, nicht darüber reden. Schmallippig gibt sich der seit Januar amtierende Vorstandschef auch zu seiner Strategie. "Wir haben viele unserer Ziele erreicht, und es ist an der Zeit, diese zu überprüfen", sagt Willbrandt zwar. Höher hängt er die Messlatte deswegen aber nicht.

Zwar zeigt seine Präsentation einen noch nicht ausgefüllten Haken zur Aufgabe "Global Player". Fragen über Zukäufe im Ausland wehrt er aber ab. "Wir haben jetzt den ersten Footprint außerhalb Europas", sagt er mit Blick auf das 2011 übernommene US-Werk Buffalo. Ansonsten "fühlt sich die Aurubis mit ihrer derzeitigen Marktposition wohl".

Der im MDax Chart zeigen notierte Konzern zählt trotz der schwachen Industrienachfrage auf seinem Heimatmarkt zu den wenigen hiesigen Profiteuren der Metallpreishausse. Der Aktienkurs Chart zeigen steigt und steigt und steigt, im November erstmals über 50 Euro - genau spiegelbildlich zu den Anteilsscheinen des Großaktionärs Salzgitter Chart zeigen, die seit Jahren abwärts tendieren. An der Börse ist der Kupferhersteller jetzt erstmals mehr wert als der aktuell in den roten Zahlen steckende Stahlkonzern, der 25 Prozent der Aurubis-Aktien hält und seinen Anteil gern erhöhen würde.

Silber und Gold als "Abfallprodukt"

Das "rote Gold" im Firmennamen spielt auf die Quelle des Erfolgs an. Aktuell kostet Kupfer Chart zeigen an der Londoner Metallbörse wieder mehr als 8000 Dollar je Tonne - weniger als die Anfang 2011 erzielten Preise von bis zu 10.000 Dollar, aber immer noch ein historisch hoher Wert. Nicht mit Spekulation sondern "physisch begründet" sei das, verweist Willbrandt auf die seit Jahren bestehende Angebotslücke.

Der Kupferpreis bläht zwar Umsatz und Bilanz des Unternehmens auf, hat aber eher indirekten Einfluss auf den Geschäftserfolg: Aurubis kauft den Rohstoff teurer ein und verkauft seine Produkte teurer weiter. Allerdings werden die Hütten auch besser ausgelastet, die Schmelzlöhne und damit Aurubis' Gewinne steigen, das Angebot an verwertbarem Kupferschrott nimmt zu. Für die Zukunft erhofft sich Willbrandt noch weitere Vorteile: Während die hohen Preise neue Rohstoffproduzenten auf den Markt lockten, komme kaum zusätzliche Kapazität der Hütten hinzu.

Ganz nebenbei, im Wortsinn als Abfallprodukt, ist Aurubis auch ein großer Spieler im Edelmetallmarkt. Silber Chart zeigen und Gold Chart zeigen wäscht das Unternehmen aus den Schlämmen, die bei der Elektrolyse von Kupfer übrig bleiben. Die Silberproduktion belief sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 1222 Tonnen, damit übertrifft der Konzern die weltweit ertragreichsten Bergwerke und würde in einer Rangliste der Fördernationen unter den Top Ten laufen. Der Ertrag an Gold ist mit 37 Tonnen deutlich geringer, entspricht aber immer noch fast einem Viertel der deutschen Nachfrage.

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