Sonntag, 19. April 2015

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Kupferkonzern Aurubis Rotes Gold füllt die Kassen

Flüssiges Kupfer in der Hamburger Hütte: Aurubis weiß nicht, wohin mit dem Geld

2. Teil: "In China spielt die Musik" - aber Aurubis will nicht tanzen

Willbrandt räumt freimütig ein, dass der europäische Markt, auf den Aurubis sich so stark konzentriert, kaum zum Aufschwung des Kupfermarkts beiträgt: "In China spielt die Musik." Laut einer Schätzung des britisch-australischen Bergbaukonzerns Rio Tinto werden China und Indien bis zum Ende des Jahrzehnts die Hälfte der Weltnachfrage unter sich ausmachen. Unicredit-Rohstoffexperte Jochen Hitzfeld gibt die chinesischen Schätze mit nur 4 Prozent der globalen Reserven an. Dort selbst zu produzieren, lehnt Aurubis aber rundheraus ab. Wettbewerbsfähig sei man wegen des überlegenen Know-hows, das nicht leichtfertig riskiert werden solle.

"Wir sind grundsolide aufgestellt und können aus einer Position der Stärke den zukünftigen Entwicklungen gelassen entgegenschauen", formuliert Finanzvorstand Erwin Faust die Position des Abwartens.

Wie stark die Erfolgsgeschichte ist, zeigt vor allem der Vergleich mit der Situation vor wenigen Jahren. Aurubis, damals noch unter dem Traditionsunternehmen Norddeutsche Affinerie, galt selbst als Übernahmeziel, kämpfte jahrelang verbissen mit dem österreichischen Großaktionär A-Tec von Mirko Kovats. Heute ist A-Tec Geschichte, die Insolvenz gerade abgeschlossen.

Stattdessen übernahmen die Hamburger 2008 den belgischen Wettbewerber Cumerio komplett, 2011 folgte die Flachproduktesparte der britischen Industriegruppe Luvata - dieses Geschäft war einst der Kern des finnischen Outokumpu-Konzerns Börsen-Chart zeigen, der sich heute auf das schwierige Edelstahlgeschäft verlegt hat und aktuell Salzgitters größerem Wettbewerber ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen einen der größten Verlustbringer abnimmt. Finanziell sind die Zukäufe bereits weitgehend verdaut. Die Nettofinanzschulden betrugen zuletzt noch 105 Millionen Euro, die liquiden Mittel 669 Millionen. Leisten könnte Aurubis sich eine weitere Expansion also allemal.

Stattdessen bekommen die Aktionäre nun 1,35 Euro statt 1,20 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet. Das kommt vor allem dem maladen Großaktionär Salzgitter entgegen.

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