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14. Dezember 2012, 10:22 Uhr

ThyssenKrupp

Stiftungschef Beitz hält an Cromme fest

Wegen der zahlreichen Affären bei ThyssenKrupp fordern Aktionärsschützer auch die Ablösung von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. Doch die mächtige Krupp-Stiftung mit ihrem Vorsitzenden Berthold Beitz stellt sich hinter den Manager.

Frankfurt am Main - Der Vorsitzende der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, erteilte einer Ablösung von Cromme eine klare Absage: "Cromme bleibt", sagte der 99-Jährige dem "Handelsblatt".

Auch machte Beitz deutlich, dass Cromme ihm als Vorsitzender der Krupp-Stiftung, die gut 25 Prozent an dem Stahlkonzern hält, nachfolgen solle. Cromme und Vorstandschef Heinrich Hiesinger "sind ein gutes Gespann".

Der Traditionskonzern ist angesichts von Milliardenverlusten, illegalen Preisabsprachen und Korruptionsvorwürfen in der schwersten Krise seit der Fusion von Thyssen und Krupp im Jahr 1999. Der Personalausschuss zog vor wenigen Tagen Konsequenzen aus der Serie von Unregelmäßigkeiten und entließ drei der sechs Vorstände.

Einigen Experten geht das jedoch nicht weit genug. So forderte der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre einen völligen Rückzug des Aufsichtsratschefs. Der Geschäftführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer, hatte eine "neue Unternehmenskultur" angemahnt. Für Kartellabsprachen, Korruption und Bestechung dürfe es keinen Platz im Konzern geben. Es müsse geprüft werden, ob der Aufsichtsrat unter der Führung von Cromme seinen Kontrollpflichten nachgekommen sei.

mg/rtr


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