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12.12.2012
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Chemiebranche
Konzerne verlagern Investitionen nach Deutschland

Von Kristian Klooß

Citral-Anlage bei BASF in Ludwigshafen: "Die Beliebtheit des Chemiestandorts Deutschland legt in der Krise immer weiter zu"
DDP

Citral-Anlage bei BASF in Ludwigshafen: "Die Beliebtheit des Chemiestandorts Deutschland legt in der Krise immer weiter zu"

Das Nord-Süd-Gefälle in der Euro-Zone tritt immer deutlicher zutage. Laut einer Studie verlagern internationale Chemiekonzerne ihre Investitionen zunehmend von den krisengeplagten südeuropäischen Chemiemärkten nach Deutschland.

Hamburg/Mannheim - Unter Chemiemanagern gilt die Bundesrepublik derzeit als Fels in der Brandung. Laut einer Studie ("Quo vadis Europe?") des Beratungsunternehmens Camelot unter rund 200 Entscheidern der internationalen Chemiebranche verlagern daher internationale Chemiekonzerne zunehmend Investitionen von den südeuropäischen Chemiemärkten in Richtung Deutschland.

"Die Beliebtheit des Chemiestandorts Deutschland legt in der Krise immer weiter zu", sagt Sven Mandewirth, Leiter des Industriesegments Chemie und Petrochemie bei Camelot.

Die meisten global agierenden Chemiekonzerne erwarten laut Umfrage zwar einerseits stagnierende Umsätze und Gewinne in Europa. Andererseits glaubt die Mehrheit der global agierenden Manager, dass die Schuldenkrise in Europa in den kommenden drei bis fünf Jahren überwunden sein wird.

Kostensenkung und Wachstum kein Widerspruch

"In Deutschland sind die Chemiemanager mit Abstand am optimistischsten", sagt Mandewirth. Die Mehrheit plane Investitionen und Stellenaufbau in den kommenden zwölf Monaten. Als Gründe für den überdurchschnittlich guten Zustand der deutschen Chemiebranche nennt der Experte die nach der Krise von 2008 auf Effizienz getrimmten Prozesse, flexiblere Arbeitsauslastung und den stärkeren Fokus auf die globalen Wachstumsmärkte.

"Man muss zum Beispiel in der Lage sein, Wertschöpfungsketten umzusteuern", sagt Mandewirth. Als Beispiel dafür nennt er die Agrochemie, also das Geschäft mit Düngern und Pflanzenschutzmitteln. Hier hätten vor allem jene Konzerne profitiert, die im Zuge der Dürre und Ernteausfälle in den USA in der Lage gewesen seien, die dadurch höhere Nachfrage nach Düngern und Pflanzenschutzmitteln in andern Regionen zu bedienen. "Die Unternehmen, die am schnellsten umsteuern konnten, haben am stärksten profitiert."

Der Studie zufolge rechnen die deutschen Konzerne für das Gesamtjahr 2012 mit steigenden Umsätzen und Gewinnen. "Obwohl sich der Ausblick für 2013 eintrübt, sehen die Befragten Kostensenkungen und Wachstum nicht als Gegensatz an und streben im kommenden Jahr beides gleichzeitig an", sagt Mandewirth.

Vor allem der optimistische Ausblick für den nordamerikanischen und den chinesischen Markt spreche für die Wachstumsaussichten der Konzerne. "Die Frage ist auch, in wie weit die Schwäche in Europa durch Potenzialmärkte wie Brasilien und die Türkei mit ihren zweistelligen Wachstumsraten überkompensiert werden kann", sagt Mandewirth.

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