Sonntag, 29. März 2015

Chemiebranche Konzerne verlagern Investitionen nach Deutschland

Citral-Anlage bei BASF in Ludwigshafen: "Die Beliebtheit des Chemiestandorts Deutschland legt in der Krise immer weiter zu"

2. Teil: VCI blickt skeptischer auf die Branche

Etwas pessimistischer sieht der Verband der Chemischen Industrie das Gesamtjahr. "2012 war ein durchwachsenes Jahr für die deutsche Chemie", sagt VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley. Die Erwartungen hätten sich nicht erfüllt. Die Produktion sei gesunken, der Umsatz stagniert.

Vor allem die Wachstumsschwäche der Weltwirtschaft und die Rezession in Südeuropa habe das Chemiegeschäft belastet. Im Inland sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent auf 73,3 Milliarden Euro.

Der rückläufigen Nachfrage aus Europa stand indes eine hohe Dynamik in den Schwellenländern gegenüber. Das Exportgeschäft blieb der Wachstumstreiber der deutschen Chemie. Beim Auslandsgeschäft lebte die Branche von der weiterhin guten Nachfrage außerhalb Europas, die das schleppende Geschäft auf dem Kontinent mehr als kompensierte.

Anstieg der Chemieproduktion um1,5 Prozent

Insgesamt stieg der Absatz ins Ausland um 2 Prozent und erreichte mit einem Volumen von 110,9 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Nahezu alle Sparten konnten Preiszuwächse verbuchen. Nur die Preise für Arzneimittel waren rückläufig.

Auch 2012 habe die chemische Industrie überdies kräftig investiert. Der größte Teil des Zuwachses von 5 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro entfiel auf Ersatzbeschaffungen, gefolgt von Kapazitätserweiterungen. Die Mehrzahl der Unternehmen ging bei der Planung ihrer Investitionen für Sachanlagen im Inland davon aus, dass sich die Konjunktur nur kurzfristig eintrübt. Das niedrige Zinsniveau begünstigte überdies die Umsetzung von Investitionsvorhaben.

Für 2013 rechnet der VCI zwar wieder mit einem Anstieg der Chemieproduktion um 1,5 Prozent. Und beim Umsatz geht der Branchenverband von einem Plus von 2,0 Prozent aus. Zusätzliche Arbeitsplätze dürften nach Einschätzung des VCI allerdings nicht entstehen.

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