Freitag, 4. September 2015

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Germanwings Lufthansa-Tochter wird aufgewertet

Germanwings: Abheben dank eines aufgewerteten Programms?

Die Lufthansa schickt ihre Billig-Airline Germanwings mit neuen Tarifen und verändertem Marktauftritt in den Konkurrenzkampf mit Ryanair und Easyjet.

Frankfurt am Main - Die Lufthansa Börsen-Chart zeigen will mit ihrer Tochter Germanwings den hart umkämpften Markt der Billigflieger aufwirbeln: Reisende könnten bei Germanwings künftig Flüge "à la carte" buchen - sogar mit Komfort ähnlich wie in der Business Class, teilte die Lufthansa-Gruppe am Donnerstag mit. Das Angebot solle zum 1. Juli starten. Fluggäste könnten dann vom herkömmlichen Billigflug ohne Zusatzleistungen "bis hin zu einem hochwertigen Passagiererlebnis mit vielen Annehmlichkeiten und Extras" ein Angebot buchen, das "bis ins Detail" ihren Anforderungen entspreche.

Bei den eingesetzten Flugzeugen handle es sich um Flieger mit durchgängiger Economy Class, teilte die Lufthansa-Gruppe mit. Jedoch könnten drei Tarife mit verschiedenen Leistungsangeboten gebucht werden. Das Netz der "neuen Germanwings" umfasse Nebenstrecken in Europa "außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München", die von 90 Flugzeugen bedient würden. Angestrebt würden jährlich bis zu 20 Millionen Fluggäste.

Künftig werde Germanwings an Bord seiner Flugzeuge die Tarife "Best", "Smart" und "Basic" anbieten, teilte der Konzern mit. Flugreisende im Best-Tarif, der sich an Geschäftsreisende wie Privatleute richte, könnten in den ersten drei Sitzreihen Platz nehmen. Dort gebe es einen "sehr großzügigen" Sitzabstand von über 80 Zentimetern. Der Mittelsitz bleibe frei. Daneben gebe es zusätzliche Leistungen wie schnellere Check-ins und Sicherheitskontrollen, mehr Freigepäck, bessere Umbuch- und Stornomöglichkeiten sowie Essen nach Wahl.

Beim Smart-Angebot gebe es ebenfalls erhöhte Beinfreiheit, teilte die Lufthansa-Gruppe mit. Passagiere nähmen in den vorderen Reihen Platz. Dazu gebe es Snacks und alkoholfreie Getränke sowie 23 Kilogramm Freigepäck. Für Passagiere im Basic-Tarif seien die Plätze ab der elften Reihe vorgesehen. Freigepäck und Snacks müssten zusätzlich bezahlt werden. Jedoch könnten Kunden im Smart- und Basic-Tarif Leistungen hinzubuchen.

Germanwings wolle zudem Buchungen und Information für Fluggäste über das Internet erleichtern, teilte die Gruppe mit. Alle Preise würden "fair und ohne versteckte Kosten kommuniziert". Die bisherige 0900-Nummer für Informationen werde durch eine günstigere 0180-Nummer ersetzt. Tickets werde es weiter ab 33 Euro geben.

Den Umbau der Germanwings hatte die Lufthansa im September beschlossen. Dem Konzern macht die Konkurrenz der Billigflieger seit Jahren schwer zu schaffen. Zu der Flotte mit 90 Flugzeugen gehören künftig auch die Maschinen des konzerneigenen Regionalfliegers Eurowings.

got/afp/rtr

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