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06.12.2012
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Neue Eignerstruktur
Daimler trennt sich von EADS-Anteil

EADS: Die neue Aktionärsstruktur in Bildern
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AFP

Autobauer Daimler hat bereits auf den Beschluss zur neuen Aktionärsstruktur bei EADS reagiert und durch einen Teilverkauf seiner Aktien gut 1,7 Milliarden Euro eingestrichen. Die neue Struktur sieht vor, dass Daimler und Lagardère ihre Anteile reduzieren, Deutschland dagegen aufstockt.

Paris - Der Machtpoker um die künftige Aktionärsstruktur beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS ist entschieden. Deutschland wird mit einem Anteil von 12 Prozent zum dritten staatlichen Großaktionär. Auch Frankreich wird künftig 12 Prozent halten, Spanien 4 Prozent. "Wir vollziehen damit die wichtigste Änderung seit der Gründung von EADS Chart zeigen vor mehr als zwölf Jahren", sagte EADS-Chef Tom Enders. Er sehe darin eine Normalisierung und Vereinfachung der Konzernführung.

Auf der anderen Seite trennen sich Daimler Chart zeigen und Lagardère von Aktienbeteiligungen. So beabsichtigt Daimler, unmittelbar einen EADS-Anteil von knapp 7,5 Prozent zu verkaufen. Entsprechend hat der Konzern bereits einen Tag nach Verkündung der Einigung einen Teil seines Aktienpaketes verkauft. Der Preis pro Aktie wurde bei 27,23 Euro festgelegt, was dem Schlusskurs der EADS-Aktien am 5. Dezember in Paris entspricht, wie Daimler am Donnerstag mitteilte. Daimler nahm mit dem Verkauf knapp 1,7 Milliarden Euro ein, die in das Unternehmen gesteckt werden sollen. Ein weiterer Anteil - 2,76 Prozent - soll an die deutsche Staatsbank KfW gehen. Parallel dazu soll die KfW die privat gehaltenen Anteile der Investorengruppe Dedalus - die hält insgesamt ebenfalls 7,5 Prozent - erwerben. Sie kommt damit auf die genannte Größenordnung von 12 Prozent.

Darüber hinaus plant EADS einen umfassenden Aktienrückkauf im nächsten Jahr in Höhe von bis zu 15 Prozent der ausstehenden Aktien. Die erste Tranche steht allein EADS-Aktionären offen, mit Ausnahme der Partner der Grundsatzvereinbarung. Bei der zweiten Tranche soll dann der bisherige Großaktionär Lagardere Chart zeigen bis zu 5,5 Prozent seines Anteils einbringen können - gegebenenfalls kann er sich auf diesem Wege sogar von seiner gesamten Beteiligung von 7,5 Prozent trennen. Auch Daimler könnte gegebenenfalls auf diesem Wege zumindest Teile seines EADS-Besitzes abgeben.

Große Anteilsrochade

Generell gilt EADS zufolge, dass Daimler und Lagardere die Möglichkeit erhalten, "sich von Teilen ihrer Pakete zu trennen und die Anteile nach eigenem Ermessen zu veräußern". Mit der Einigung in Paris hat die deutsche Regierung ihr Hauptziel erreicht: die Sicherung der deutsch-französischen Machtbalance im technologieträchtigen Luft- und Raumfahrtkonzern.

Möglich wird das, indem Frankreich seinen aktuellen Anteil am stimmberechtigten Kapital von 15 Prozent um drei Punkte auf ebenfalls 12 Prozent senkt. Die neue Aktionärsstruktur läutet aber auch das Ende des bestimmenden Einflusses des industriellen Gründungsaktionäre Daimler und Lagardere auf EADS ein. Beide hatten wiederholt die Absicht bekundet, längerfristig bei EADS auszusteigen.

An der Börse goutiert man diese Lösung. Die Einigung auf eine neue Aktionärsstruktur hat den Aktien des Unternehmens Auftrieb gegeben. Die Papiere des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns lagen 7 Prozent im Plus. DZ-Bank-Analyst Markus Turnwald schrieb, EADS wolle mit 15 Prozent mehr Aktien zurückkaufen als er erwartet hatte.

Auch Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich zufrieden. "Die Bundeskanzlerin begrüßte die heutige Verständigung über eine neue Aktionärspartnerschaft für die EADS", hieß es in einer Erklärung der Bundesregierung. Die deutsch-französische Partnerschaft im Konzern könne damit in Balance weitergeführt werden. Merkel sprach von einer zukunftsweisenden Entscheidung. Wirtschaftsminister Philipp Rösler betonte, der staatliche Einfluss auf den Konzern werde deutlich reduziert. "Die unternehmerische Freiheit von EADS wird damit gestärkt."

got/dpa-afxp/rtr

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