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05.12.2012
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Rüstungskonzern
Deutschland und Frankreich einigen sich über EADS-Anteile

Kampfflugzeug von EADS: Frankreich und Deutschland halten künftig je 12 Prozent
REUTERS

Kampfflugzeug von EADS: Frankreich und Deutschland halten künftig je 12 Prozent

Deutschland und Frankreich haben sich über ihren jeweiligen künftigen Anteil an EADS geeinigt. Im neuen Modell halten Deutschland und Frankreich künftig je 12 Prozent, die staatlichen Aktionäre bleiben unter 30 Prozent. EADS-Chef Tom Enders spricht von einem "großen Schritt". Daimler plant den unmittelbaren Verkauf von Anteilen.

München/Paris - Deutschland steigt als dritter Staat in den Kreis der Großaktionäre beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS Chart zeigen ein. Die drei Regierungen in Paris, Madrid und Berlin einigten sich am Mittwoch nach tagelangem Ringen mit den industriellen Großaktionären Daimler Chart zeigen und Lagardere auf eine umfassende Neuordnung im Eigentümerkreis.

Danach werden Deutschland und Frankreich mit jeweils 12 Prozent am stimmberechtigten EADS-Kapital beteiligt sein. Hinzu kommt Spanien mit einer Beteiligung von vier Prozent. Die drei Staatsaktionäre erhalten jedoch keine Vetorechte und unterliegen einer neuen Stimmrechtsbeschränkung auf 15 Prozent. Sie kommen mit einer Anteilsquote von zusammen knapp 30 Prozent auf einen maßgeblichen, aber nicht bestimmenden Einfluss.

Für EADS Chart zeigen bedeuten die Vereinbarungen die größte Umwälzung in der zwölfjährigen Geschichte. Der Konzern wird Firmenchef Tom Enders zufolge nun insgesamt unabhängiger von Außeneinflüssen. Die Leitung des operativen Geschäfts stehe nicht mehr unter dem Einfluss verschiedener Anteilseigner oder Aktionärsgruppen. Firmenstrategie und -Projekte würden künftig allein von Management und Verwaltungsrat entschieden.

Merkel sieht gute Balance

Auch Kanzlerin Angela Merkel zeigt sich zufrieden. "Die Bundeskanzlerin begrüßte die heutige Verständigung über eine neue Aktionärspartnerschaft für die EADS", hieß es in einer Erklärung der Bundesregierung. Die deutsch-französische Partnerschaft im Konzern könne damit in Balance weitergeführt werden. Merkel sprach von einer zukunftsweisenden Entscheidung.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) betonte, der staatliche Einfluss auf den Konzern werde deutlich reduziert. "Die unternehmerische Freiheit von EADS wird damit gestärkt." Die jüngste Entscheidung helfe EADS auch im globalen Wettbewerb.

Die erzielte Grundsatzvereinbarung enthält eine Reihe von Überraschungen. So wird der alte Aktionärspakt, der zwischen dem französischen Staat und den beiden industriellen Großaktionären Daimler und Lagardere bestand, nicht mehr durch einen neuen dieser Art der drei Regierungen abgelöst. Vielmehr ist nun von einem "normalen Konzernführungsmodell" die Rede.

In der EADS-Mitteilung wurde von einer "begrenzten Vereinbarung zwischen den Regierungen" gesprochen. Allerdings haben die drei Regierungen ein wechselseitiges Bezugsrecht, sofern sie Aktien verkaufen. Von Regierungsvertretern im Verwaltungsrat ist nicht die Rede.

Daimler will 7,5 Prozent der Anteile unmittelbar verkaufen

Daimler Chart zeigen beabsichtigt, unmittelbar einen EADS-Anteil von knapp 7,5 Prozent zu verkaufen, davon 2,76 Prozent an die deutsche Staatsbank KfW. Parallel dazu soll die KfW die privat gehaltenen Anteile der Investorengruppe Dedalus - die hält insgesamt ebenfalls 7,5 Prozent - erwerben. Sie kommt damit auf die genannte Größenordnung von 12 Prozent.

Darüber hinaus plant EADS einen umfassenden Aktienrückkauf im nächsten Jahr in Höhe von bis zu 15 Prozent der ausstehenden Aktien. Die erste Tranche steht allein EADS-Aktionären offen, mit Ausnahme der Partner der Grundsatzvereinbarung. Bei der zweiten Tranche soll Lagardere bis zu 5,5 Prozent seines Anteils einbringen können - gegebenenfalls kann er sich auf diesem Wege sogar von seiner gesamten Beteiligung von 7,5 Prozent trennen.

Auch Daimler könnte gegebenenfalls auf diesem Wege zumindest Teile seines EADS-Besitzes abgeben können. Generell gilt EADS zufolge, dass Daimler und Lagardere die Möglichkeit erhalten, "sich von Teilen ihrer Pakete zu trennen und die Anteile nach eigenem Ermessen zu veräußern".

Mit der Einigung in Paris hat die deutsche Regierung ihr Hauptziel erreicht: die Sicherung der deutsch-französischen Machtbalance im technologieträchtigen Luft- und Raumfahrtkonzern. Möglich wird das, indem Frankreich seinen aktuellen Anteil am stimmberechtigten Kapital von 15 Prozent um drei Punkte auf ebenfalls zwölf Prozent senkt.

Die neue Aktionärsstruktur läutet aber auch das Ende des bestimmenden Einflusses des industriellen Gründungsaktionäre Daimler und Lagardere auf EADS ein. Beide hatten wiederholt die Absicht bekundet, längerfristig bei EADS auszusteigen.

la/dpa/reuters

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