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30.11.2012
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Abwasser
K+S darf weiter Salz in die Werra leiten

"Monte Kali": Um die Abwässer von K+S tobt seit Jahren Streit
DPA

"Monte Kali": Um die Abwässer von K+S tobt seit Jahren Streit

Der Düngemittelhersteller K+S darf seine salzigen Abwässer weiter in die Werra pumpen. Die Genehmigung gilt bis 2020 und sichert den Kalibergbau in Thüringen. Um eine dauerhafte Lösung des Problems wird seit Jahren vergeblich gerungen.

Kassel - Das Regierungspräsidium Kassel genehmigte am Freitag die Einleitung bis Ende 2020, dringt jedoch ab Dezember 2015 auf eine Verringerung des Salzgehalts im Fluss. Mit der Entscheidung gewährleiste die Behörde eine kontinuierliche Verbesserung des ökologischen Zustandes der Werra und Weser, erklärte Regierungspräsident Walter Lübcke. K+S könne nun sicher planen und die Arbeitsplätze in der Region erhalten. Ohne die Genehmigung hätte K+S die Förderung von Kalidüngemittel in seinen Bergwerken in der Region drosseln oder ganz einstellen müssen.

Der Dax-Konzern aus Kassel beschäftigt in seinem Werk Werra mehr als 4300 Menschen, weitere 3000 Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region hängen nach K+S-Angaben von dem Standort ab. Im Rahmen einer Interessenabwägung haben die Behörden deshalb bisher stets grünes Licht für die Entsorgung gegeben.

Eine dauerhafte Lösung sei die Einleitung des Salzwasser in die Werra aber nicht, betonte Lübcke. "Die Genehmigungsbehörde erwartet, dass eine nachhaltige Entsorgungslösung so schnell wie möglich realisiert wird."´

K+S bevorzugt die Entsorgung der Abwässer vor Ort und hat angekündigt, die Menge des Salzwassers durch Umstellungen bei der Produktion und neue Verfahren weiter zu senken. Dafür investiert der Konzern 360 Millionen Euro. Parallel prüft K+S auch den Bau einer hunderte Kilometer langen Pipeline, durch die K+S Salzwasser vom hessisch-thüringischen Bergbau-Revier bis an die Oberweser oder an die Nordsee pumpen könnte. Dagegen gibt es jedoch in Niedersachsen Widerstand, weshalb Experten den Bau der schätzungsweise 600 Millionen Euro teuren Leitung für sehr unwahrscheinlich halten.

Die Entscheidung des Regierungspräsidiums sei "ein wichtiges Signal für unsere Mitarbeiter und die ganze Region", sagte K+S-Manager Ralf Diekmann. "Allerdings werden wir den Stufenplan zur Absenkung der Grenzwerte jetzt sorgfältig auf seine Machbarkeit und hinsichtlich seiner Folgen prüfen müssen." Das Regierungspräsidium fordert, dass die Obergrenze von 2500 Milligramm Chlorid pro Liter bis 2020 stufenweise auf 1700 Milligramm sinkt. Sollte der Konzern zu dem Schluss kommen, diese Grenzwerte ließen sich nicht oder nur sehr schwer einhalten, könnte er Widerspruch einlegen. Anwohner und Umweltschützer können gegen die Entscheidung klagen.

ak/rtr

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