28.11.2012
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Swiss Life zieht Schlussstrich
AWD ist Geschichte, Gründer Maschmeyer bleibt cool

Carsten Maschmeyer: Der AWD-Gründer war Ende 2011 aus dem Swiss-Life-Verwaltungsrat ausgestiegen. Für Swiss Life, die für AWD im Jahr 2008 rund 1,2 Milliarden Euro gezahlt hatten, haben sich die Umsatzhoffnungen nie erfüllt
DPA

Carsten Maschmeyer: Der AWD-Gründer war Ende 2011 aus dem Swiss-Life-Verwaltungsrat ausgestiegen. Für Swiss Life, die für AWD im Jahr 2008 rund 1,2 Milliarden Euro gezahlt hatten, haben sich die Umsatzhoffnungen nie erfüllt

Ende einer schwierigen Beziehung: Swiss Life schafft die Marke AWD ab, streicht Jobs und schreibt rund eine halbe Milliarde Euro auf den Zukauf ab. Der umstrittene Finanzmakler, der die Umsatzhoffnungen der Schweizer nie erfüllte, wird eingedampft. Gründer Carsten Maschmeyer nimmt es gelassen.

Zürich - Der Abschied von der Marke AWD und der damit verbundene Jobabbau bei dem Finanzdienstleister zwingen Swiss Life zu Abschreibungen in Höhe von rund einer halben Milliarde Euro (576 Millionen Franken). In der Folge dürfte der Jahresgewinn des Schweizer Lebensversicherers auf einen zweistelligen Millionenbetrag von 606 Millionen Franken im Vorjahr sinken, teilte Swiss Life am Mittwoch mit.

In den nächsten drei Jahren sollen in Deutschland und in der Schweiz 300 bis 400 Stellen abgebaut werden. Den Aktionären versprach Swiss Life aber eine unveränderte Dividende von 4,50 Franken pro Aktie.

AWD, für die die Schweizer vor vier Jahren rund 1,2 Milliarden Euro bezahlt hatten, bereitete Swiss Life zuletzt immer mehr Probleme. Rechtsstreitigkeiten in Deutschland und Österreich, wo Behörden die AWD-Vertriebspraktiken untersuchen, nagten an der Reputation und kosteten viel Geld.

Als Fehler wollte Konzernchef Bruno Pfister die Übernahme rückblickend aber nicht einstufen. "Dennoch müssen wir selbstkritisch anerkennen, dass wir die Wachstumsmöglichkeiten in Osteuropa und Österreich überschätzt haben", erklärte er.

"Swiss Life Select" statt AWD

An die Stelle der Marke AWD tritt eine neue Vertriebsgesellschaft, die Swiss Life Select heißen wird. Die Aktivitäten in der Slowakei und in Ungarn sollen aufgegeben werden. Die neue Gesellschaft soll sich auf Deutschland, Schweiz, Österreich sowie Polen und Tschechien konzentrieren.

Aber auch dort musste Swiss Life nach eigenen Angaben eine "Neueinschätzung der künftigen Ertragskraft" vornehmen. Auch in Deutschland würden die Pläne angepasst, hieß es weiter. In den kommenden drei Jahren will Swiss Life Angebote und Ertragsquellen verbreitern. Der Konzern will die Kosten um insgesamt 130 Millionen bis 160 Millionen Franken senken. Die Rendite auf die um unrealisierte Kursgewinne bereinigte Eigenkapitalbasis soll 8 bis 10 Prozent erreichen.

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