Montag, 27. April 2015

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Krisenrechnung ThyssenKrupp fürchtet Elf-Milliarden-Schaden

ThyssenKrupp im Duisburger Stadtteil Marxloh: Probleme mit Stahlwerken in Amerika und Brasilien

Wie teuer können Stahlwerkprobleme werden? ThyssenKrupp hat offenbar nachgerechnet und eine bittere Schätzung für die Problemstahlwerke in Brasilien und Amerika angestellt. Das Ergebnis ist niederschmetternd: Im ungünstigsten Fall koste das Abenteuer ThyssenKrupp elf Milliarden Euro.

Essen - Dem Industriekonzern ThyssenKrupp droht einem Bericht zufolge ein Milliardenverlust in seinen Stahlwerken in Brasilien und den USA. Laut internen Berechnungen der Essener Konzernzentrale könnte das Unternehmen im schlimmsten Fall rund elf Milliarden Euro verlieren, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch. Die beiden Werke haben Thyssen-Krupp unter anderem wegen teuren Baumängeln bereits zwölf Milliarden Euro gekostet und sollen nun verkauft werden.

In der Konzernzentrale werden laut dem Bericht Szenarien für Erlöse in Höhe von ein, zwei, drei und vier Milliarden Euro durchgespielt. Im schlechtesten Fall stünden Erlösen von einer Milliarde Euro aufgelaufene Kosten von zwölf Milliarden Euro gegenüber. Dies wäre ein Minus von elf Milliarden Euro. Bei ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen wird dieser Fall als "unwahrscheinlich bis ausgeschlossen" bezeichnet. Durchgerechnet wird diese Version indes trotzdem.

Bei ThyssenKrupp werde derzeit intensiv nach den Schuldigen für das Desaster in Übersee gesucht, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Demnach wurden dem Aufsichtsrat vergangene Woche mehrere Berichte mit teils schweren Vorwürfen gegen den alten Vorstand um den früheren Konzernchef Ekkehard Schulz vorgelegt. In einem 32-seitigen Report heißt es demnach, viele Antworten des damaligen Vorstands auf Fragen des Aufsichtsrats zu den beiden Werken hätten sich im Nachhinein als "zu optimistisch, unvollständig und teilweise als falsch herausgestellt".

kst/afp

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