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24.11.2012
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Stahlkocher
ThyssenKrupp plant Milliarden-Sparprogramm

Industrielegende Krupp: Bürgschaft von Schiller, Dollars vom Schah
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REUTERS

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp will einem Zeitungsbericht zufolge seine Kosten in den nächsten drei Jahren um zwei Milliarden Euro senken. Das Stahlgeschäft leidet und hat bereits Kurzarbeit angemeldet - und auch für das Werk in Brasilien ist noch immer kein Käufer in Sicht.

Essen - Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, versucht Vorstandschef Heinrich Hiesinger auf diese Weise, den durch die Probleme mit den Stahlwerken in den USA und Brasilien schwer belasteten Konzern als Ganzes zu erhalten.

Ein großer Arbeitsplatz-Abbau sei bei dem Sparpaket nicht vorgesehen. Bei ThyssenKrupp hieß es mit Blick auf den Zeitungsbericht lediglich: "Wir nehmen zu Spekulationen keine Stellung." Der Jahresabschluss sei noch nicht aufgestellt.

Parallel zu den Kürzungen will Hiesinger der Zeitung zufolge aber auch Geld in die Hand nehmen, um gut laufende Geschäfte auszubauen. So sollten im nächsten Jahr fast zwei Milliarden Euro investiert werden, vor allem in Forschung und Entwicklung. Das Blatt nannte hier die Sparten Aufzüge, Industrieanlagen und Marine.

Das Stahlgeschäft des Konzerns leidet unter der Wirtschaftsflaute infolge der Euro-Krise und hat daher bereits Kurzarbeit angemeldet. Noch stärker machen dem Konzern die Verluste der neuen Werke in Brasilien und den USA zu schaffen, für die er händeringend Käufer sucht.

Hiesinger will durch die Veräußerung der zwölf Milliarden Euro teuren Werke mindestens den noch übrigen Buchwert von sieben Milliarden erzielen. Analysten haben den Wert allerdings nur auf drei bis vier Milliarden Euro beziffert. Der Zeitung zufolge dauert der Verkauf deutlich länger als erhofft. Intern habe das Unternehmen verschiedene Szenarien mit Erlösen bis zu vier Milliarden Euro durchrechnen lassen. Das bedeute, dass ThyssenKrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr voraussichtlich eine Wertberichtigung bis zu drei Milliarden Euro verkraften müsse.

la/reuters

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