Sonntag, 2. August 2015

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Drohendes Winterchaos Siemens verschiebt erneut ICE-Auslieferung

Siemens ist noch nicht fertig: Bahn-Kunden müssen sich auch diesen Winter wieder auf viele Verspätungen und Zugausfälle einstellen

Dass ein Zug Verspätung hat, kennen Bahnkunden. Die Bahn selbst aber wartet nun schon seit einem Jahr auf 16 neue ICE-Züge von Siemens. Und jetzt verzögert sich die Auslieferung weiter - Ankunft offen.

München - Die Übergabe der neuen ICE-Züge verzögere sich über Anfang Dezember hinaus, teilte Siemens mit. Ursache für die erneute Verspätung seien Softwareprobleme, die in den vergangenen Wochen bei Testfahrten aufgetreten seien.

Die Bahn zeigte sich "sehr enttäuscht und verärgert". Durch die Lieferverzögerungen der Münchener könne den Kunden in diesem Winter wieder keine ausreichende Reserve an Fahrzeugen geboten werden, sagte ein Konzernsprecher.

Wann die Hochgeschwindigkeitszüge für den Inlandsverkehr nun geliefert werden können, blieb offen. Ein Siemens-Sprecher wollte sich zu der Frage ebenso wie zu möglichen Folgen der erneuten Verzögerung nicht äußern.

Ursprünglich sollte die Deutsche Bahn Ende 2011 von Siemens Börsen-Chart zeigen 16 ICE im Wert von 500 Millionen Euro erhalten. Die Auslieferung verzögerte sich allerdings wegen technischer Probleme. Im September versicherte Siemens, zum Winterfahrplan stünden der Bahn acht voll einsatzfähige Züge zur Verfügung. Zuletzt hieß es in Medienberichten, bis zum Fahrplanwechsel im Dezember würden nur drei Züge geliefert.

Siemens teilte weiter mit, alle Beteiligten arbeiteten mit Nachdruck daran, die Probleme mit der Zugsteuerung zu beheben. Die noch ausstehenden Tests und Abnahmen fänden "in enger Abstimmung" mit der Deutschen Bahn statt. Anschließend würden die Züge nach und nach ausgeliefert. Unabhängig davon habe Siemens drei ICE-Züge für Schulungszwecke und zur Vorbereitung des Einsatzes zur Verfügung gestellt.

mg/rtr

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