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18.11.2012
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Korruptionsaffäre
Staatsanwälte weiten EADS-Ermittlungen aus

Eurofighter bei einer Flugshow: Bei dem Kauf von 15 EADS-Kampfflugzeugen durch Österreich sollen Schmiergelder geflossen sein
dapd

Eurofighter bei einer Flugshow: Bei dem Kauf von 15 EADS-Kampfflugzeugen durch Österreich sollen Schmiergelder geflossen sein

Ein Ex-EADS-Manager sitzt in Italien in Haft, Staatsanwälte in Deutschland und Österreich bestätigen Ermittlungen: Die Affäre um angebliche Schmiergeldzahlungen bei dem Verkauf von 15 Eurofightern an Österreich weitet sich aus. Für EADS könnte das teuer enden.

Hamburg - Die Affäre um angebliche Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Eurofightern an Österreich zieht weitere Kreise. In Italien befinde sich der frühere Exportdirektor der Münchner Eurofighter GmbH Pierluigi Romagnoli bereits in Untersuchungshaft, berichtet "Der Spiegel".

Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte zudem der "Wirtschaftswoche", dass sie im gleichen Komplex gegen den früheren EADS-Regionalmanager für Zentral- und Osteuropa ermittele. Auch die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt weiter in der Affäre.

Der in Italien gegen den früheren EADS-Exportdirektor erlassene Haftbefehl spreche von internationaler Korruption. Dem ehemaligen Manager werde vorgeworfen, an der Gründung von Briefkastenfirmen oder Scheingesellschaften teilgenommen zu haben, um Geldströme im Zusammenhang mit dem Kauf von 15 Jagdflugzeugen durch Österreich zu rechtfertigen, berichtet der "Spiegel". Anfang kommenden Jahres solle in Italien der Prozess gegen den ehemaligen EADS-Direktor beginnen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittele in gleicher Sache gegen frühere und heutige EADS-Manager wegen "gemeinschaftlicher Bestechung in Tateinheit mit Untreue in besonders schwerem Fall", berichtet das Magazin weiter. Ein Mitte Oktober erlassener Durchsuchungsbeschluss verdächtigt EADS, zwischen März 2005 und Januar 2008 mindestens 71,5 Millionen Euro auf das Konto einer Briefkastenfirma namens Vector Aerospace überwiesen zu haben. Vector solle zwischen 2005 und 2008 rund 50 Millionen Euro für angebliche Vermittlungsleistungen an fünf Beratungsfirmen überwiesen haben.

Österreich könnte Eurofighter-Kauf annullieren

Tatsächlich habe es sich jedoch um vereinbarte Bestechungsgelder gehandelt, um Entscheidungsträger bei der Vergabe des Vertrags zur Lieferung von Kampfflugzeugen an die Republik Österreich zu beeinflussen, heiße es in dem Beschluss weiter.

Laut "Spiegel" reiste der heutige EADS-Chef Tom Enders im Februar 2005 nach Wien, um mit dem damaligen österreichischen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein über Gegengeschäfte im Rahmen des Eurofighter-Kaufs zu sprechen. "Wir mussten Probleme aus dem Weg räumen", sagte Bartenstein dem Magazin allerdings lediglich.

Falls sich der Schmiergeldverdacht beim Verkauf der Kampfflugzeuge bestätigt, wäre das ein Verstoß gegen die Verträge von EADS mit Österreich. Diese verbieten nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ausdrücklich Schmiergeldzahlungen an die mit der Auftragsvergabe befassten Personen. Bei Vertragsverstöße sähen sie den teilweisen oder vollständigen Rücktritt Österreichs vom Vertrag und eine Haftung für sämtliche Schäden vor.

wed/dapd

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