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15.11.2012
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Folge der Ölkatastrophe
BP muss 4,5 Milliarden Dollar Strafe zahlen

Folgekosten: Wieviel BP für die Ölkatastrophe zahlt
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AP

Die Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon kostet den Ölriesen BP weitere Milliarden. Der Konzern hat sich mit den US-Behörden auf eine Strafzahlung in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar geeinigt - das ist die drastischste Sanktion in der US-Geschichte.

London - Der britische Ölkonzern BP muss wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor zweieinhalb Jahren 4,5 Milliarden US-Dollar Strafe an die US-Regierung zahlen. Ein BP-Sprecher in London bestätigte am Donnerstag eine entsprechende Einigung.

Es ist die höchste Strafzahlung in der US-Geschichte, die ein Unternehmen jemals zahlen musste. Den höchsten Betrag musste bislang der US-Pharmakonzern Pfizer berappen, der 2009 wegen Marketingbetrugs 1,3 Milliarden Dollar zahlte. Nicht berücksichtigt sind zivile Schadenersatzansprüche.

Bei der Explosion der Förderplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 waren elf Menschen gestorben. 4,9 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl liefen ins Meer. Ganze Küstenabschnitte wurden zerstört, mit erheblichen Folgen für die Natur und für die Wirtschaft. Das US-Justizministerium geht davon aus, dass BP und seine Partnerfirmen grob fahrlässig gehandelt hatten.

Das juristische Nachspiel der Ölpest im Golf von Mexiko ist für BP auch nach der Milliardenzahlung nicht ausgestanden. Der US-amerikanische Justizminister Eric Holder kündigte an, dass sich zwei hochrangige BP-Aufseher auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" wegen fahrlässiger Tötung von elf Menschen verantworten müssen, die 2010 bei der Explosion ums Leben gekommen waren.

38 Milliarden Dollar eingeplant

Ein weiterer ranghoher BP-Manager sei angeklagt, weil er Informationen über den Unfall vor dem US-Kongress verheimlicht haben soll. "Unsere Arbeit ist noch lange nicht zu Ende", sagte Holder. "Ich möchte absolut klarmachen, dass die heutige Einigung nicht das Ende unserer Anstrengungen bedeutet", fügte Holder am Donnerstag (Ortszeit) hinzu.

BP hatte in seiner Bilanz 38 Milliarden Dollar für die Kosten der Katastrophe zurückgestellt. 14 Milliarden mussten die Briten bereits an Reparatur- und Reinigungskosten zahlen, etwa für das Stopfen des Lecks. Neun Milliarden Dollar wurden bereits an private Kläger ausgezahlt. Auf die Zahlung weiterer 7,8 Milliarden Dollar hat sich das Unternehmen mit Vertretern tausender Kläger geeinigt. Diese Summe ist noch nicht ausgezahlt und bedarf noch der gerichtlichen Bestätigung. Ob die Rückstellungen insgesamt ausreichen werden, wollte ein BP-Sprecher am Donnerstag nicht kommentieren.

Zudem muss sich BP auf weitere zivilrechtliche Forderungen unter anderem von der US-Bundesregierung und mehreren Bundesstaaten einstellen. Dabei geht es etwa um Schadenersatz für Gewässerverunreinigung und Einnahmeausfälle.

BP wurde von den wirtschaftlichen Nachwirkungen des Desasters im Golf von Mexiko als Unternehmen schwer getroffen. Zeitweise rutschte das Unternehmen in die Verlustzone. Der Konzern trennte sich von seinem Vorstandsvorsitzenden Tony Hayward und ersetzte den Briten durch den US-Amerikaner Bob Dudley. Die neue Führung beschloss, zur Bezahlung des Schadens Unternehmensteile im Wert von mehr als 30 Milliarden US-Dollar abzustoßen. Bisher sind Firmenteile im Wert von 35 Milliarden Dollar entweder bereits verkauft oder ein Käufer ist bereits gefunden.

wed/nis/dpa-afx/rtr

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