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08.11.2012
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Nach Gewinneinbruch
Siemens will sechs Milliarden Euro sparen

Siemens-Chef Löscher: Der Konzern muss trotz Milliardengewinns kräftig sparen
AFP

Siemens-Chef Löscher: Der Konzern muss trotz Milliardengewinns kräftig sparen

Der Großkonzern Siemens bekommt die schwächelnde Konjunktur deutlich zu spüren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr brach der Gewinn des Unternehmens drastisch ein. Um wieder in die Bahn zu kommen, startet Siemens ein milliardenschweres Sparprogramm.

Berlin - Der Gewinn von Siemens ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/2012 um 27 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro eingebrochen. Als Reaktion darauf setzt der Elektrokonzern ein unerwartet hartes Sparprogramm in Gang. Bis 2014 sollten sechs Milliarden Euro eingespart werden, sagte Vorstandschef Peter Löscher am Donnerstag in Berlin, wo er die Bilanz für das Geschäftsjahr 2011/2012 (Ende September) vorstellte.

Analysten hatten nicht mit einem so hohen Sparbetrag gerechnet. Dabei gab der Manager weiterhin nicht preis, wie viele Jobs gestrichen werden sollen. "Es wird sich am Ende auf die Arbeitsplätze auswirken", sagte Löscher im TV-Interview. Siemens spüre Gegenwind in der Weltwirtschaft, dies dürfte sich 2013 fortsetzen. "Wir müssen unsere Ärmel hochkrempeln."

Bis 2014 will der Konzern eine Ergebnismarge der Sektoren von mindestens 12 Prozent erreichen. Dazu zieht der Vorstand die Zügel überall im Konzern an. Design, Entwicklung und Fertigung sollen enger miteinander verbunden werden. Dies soll drei Milliarden Euro Ersparnis bringen. Eine weitere Milliarde soll durch eine "verbesserte globale Auslastung und Präsenz" erzielt werden und schlankere Abläufe im Konzern sollen nochmals eine Milliarde bringen.

Teures Probleme mit Windparks

Desweiteren will der Konzern, der im vergangenen Jahr nur das untere Ende seines gekappten Ziels für den Gewinn aus fortgeführten Geschäften erreichte, schneller und unbürokratischer werden. Zum Programm gehören auch gezielte Käufe und Verkäufe. Neben der Solarsparte soll auch das Geschäft mit der Abwasserreinigung aufgegeben werden, kündigte Löscher an. Zugleich kauft Siemens für rund 680 Millionen Euro das belgische Softwareunternehmen LMS International, mit dem die Industriesoftware gestärkt werden soll.

Die teuren Anschlussprobleme bei Windparks in der Nordsee hatten dem Konzern im vergangenen Jahr gezeigt, dass er sich zu viel zu schnell zugemutet hatte und dazu geführt, dass das ursprüngliche Gewinnziel nicht mehr zu halten war. Zu den mehr als 500 Millionen Euro, die Siemens Chart zeigen wegen der Anschlussprobleme bislang in den Wind geschrieben hatte, kamen im vergangenen Quartal weitere Millionen hinzu.

Verhaltener Ausblick

Im vierten Quartal schrieb der Konzern auf sein Energiegeschäft insgesamt 566 Millionen Euro ab, der Großteil davon hängt am Iran. Siemens darf wegen der Sanktionen gegen das Land alte Aufträge nicht mehr abarbeiten.

Für das jüngst angelaufene Geschäftsjahr 2012/2013 (Ende September) rechnet Siemens mit einem Auftragsplus zwischen 3 und 5 Prozent. Der Umsatz soll sich dem Niveau des vergangenen Jahres "annähern". Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften soll zwischen 4,5 und 5,0 Milliarden Euro herauskommen. Darin enthalten sind Kosten von einer Milliarde Euro für das Sparprogramm.

Aktionäre erleichtert

Das Gewinnziel ist wegen Änderungen in der Rechnungslegung nicht mit den 5,2 Milliarden Euro aus dem vergangenen Jahr vergleichbar. Mit diesem Effekt hätte es stattdessen rund 4,9 Milliarden Euro betragen. Seinen Aktionären will Siemens eine unveränderte Dividende von 3,0 Euro je Aktie vorschlagen.

Im Schlussquartal zwischen Juli und September legte der Auftragseingang um 2 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro zu. Der Umsatz wuchs um 7 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis der vier Kerngeschäftsfelder Energie, Gesundheit, Industrie sowie Infrastruktur und Städte schrumpfte um 13 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, unter dem Strich blieben knapp 1,3 Milliarden Euro. Während Umsatz und Sektorgewinn die Erwartungen der Analysten übertrafen, blieb der Überschuss dahinter zurück.

Anleger reagierten erleichtert auf die Geschäftszahlen von Siemens. Die Aktien des Konzerns kletterten im Dax um 3,6 Prozent und zählten damit zu den größten Gewinnern. Sowohl bei Umsatz als auch beim Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft habe der Konzern die Erwartungen der Analysten übertroffen, hieß es.

"Die Siemens-Zahlen für das Gesamtjahr sind besser als befürchtet", urteilte ein Händler. Ähnlich äußerte sich Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank. Der Konzern habe die Erwartungen übertroffen. "In Bezug auf die Rentabilität zeigten alle Segmente eine gute Entwicklung."

cr/dpa-afx/dpa/rtr

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