Dienstag, 24. April 2018

KPMG Deutschland Restrukturierung sorgt für Unruhe

KPMG-Zentrale in Berlin: Vorstand soll auf fünf Mitglieder schrumpfen

Die von Klaus Becker, dem Vorstandssprecher der deutschen KPMG, Ende 2011 eingeleitete Restrukturierung sorgt für erhebliche Unruhe im Unternehmen. Partner und ehemalige Vorstände verlassen Deutschlands zweitgrößte Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsfirma.

Hamburg - Deutschlands zweitgrößte Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft KPMG verliert Führungskräfte und Partner. Dies erfuhr manager magazin aus Unternehmenskreisen und berichtet darüber in seiner am Freitag (19. Oktober) erscheinenden Ausgabe.

Mit Christiane Kreidl, Stefan Held, Thomas Sauter und Michael Kozikowski haben vier Vorstände der Deutschen KPMG zwischenzeitlich das Unternehmen verlassen. Weitere fünf Vorstände sollen bis Ende September 2013 den Vorstand verlassen, der dann nur noch aus fünf Mitgliedern bestehen soll.

Auch auf der Ebene darunter verliert KPMG Deutschland Führungskräfte. Der für Corporate-Governance-Themen verantwortliche Partner Oliver Engels etwa heuerte als Senior Vice President in der Revisionsabteilung des Medizintechnikkonzerns Fresenius an. BDO sicherte sich die Dienste der auf Finanzdienstleister und öffentliche Unternehmen spezialisierten Partner Wolfgang Otte und Robert Sienz. Im neuen Geschäftsjahr, das Mitte Oktober erst zwei Wochen alt ist, stehen bereits vier nicht altersbedingte Partnerabgänge fest.

Überstundenzuschläge entfallen

Die Belegschaft muss sich auf Kürzungen einstellen. Überstundenzuschläge entfallen genauso wie zusätzliche Urlaubstage für ältere und langjährige Mitarbeiter. Den nicht leitenden Angestellten in den Verwaltungsabteilungen wird mit Wirkung zum 1. Oktober der Bonus gestrichen.

Zurückstecken musste Becker in einem anderen Punkt. Der Plan, zusammen mit den KPMG-Gesellschaften aus den Niederlanden und Großbritannien in Prag ein mit Billigarbeitskräften besetztes Servicecenter aufzubauen, wurde wieder zu den Akten gelegt. Nun eröffnet KPMG in Leipzig eine kleinere Discount-Agentur, in der Steuerfachangestellte Standardaufgaben erledigen sollen.

Vor allem die Wirtschaftsprüfungssparte der KPMG war in den vergangenen Monaten durch den Verlust mehrerer prominenter Mandate aufgefallen. Allein in diesem Jahr wechselten mit ThyssenKrupp und der HypoVereinsbank langjährige Kunden zur Konkurrenz von PwC und Deloitte.

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