Dienstag, 23. Oktober 2018

2,5 Jahre nach Ölpest BP steht vor Milliardenvergleich mit USA

Havarierte Ölplattform Deepwater Horizon: BP wird der US-Regierung Milliarden Dollar an Schadensersatz zahlen
DPA/ US Coast Guard
Havarierte Ölplattform Deepwater Horizon: BP wird der US-Regierung Milliarden Dollar an Schadensersatz zahlen

Vor zweieinhalb Jahren flossen wegen einer Explosion auf der BP-Plattform "Deepwater Horizon" 780 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko. Nun steht der Ölkonzern scheinbar vor einem Vergleich mit der US-Regierung. Noch geht es um milliardenteure Details.

New York - Der Ölkonzern steht zweieinhalb Jahre nach der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko laut einem Pressebericht vor einem milliardenschweren Vergleich mit der US-Regierung. Allein die Zahlungen auf der Grundlage des Wasserschutzgesetzes (Clean Water Act) könnten demnach zwischen 5,4 Milliarden und 21 Milliarden US-Dollar betragen. Dem "Wall Street Journal" zufolge lagen die Vorstellungen von Regierung und Konzern über die fällige Summe vor einem Monat noch sechs Milliarden Dollar auseinander.

Der britische Konzern soll die Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" vor der Küste von Louisiana fahrlässig verursacht haben. Nach dem Unglück im April 2010 waren über Wochen hinweg insgesamt rund 780 Millionen Liter Öl ins Meer gelaufen, bevor Bohrloch und Anlage wieder abgedichtet werden konnten. Die US-Küste wurde von der Ölpest auf weiten Strecken verseucht, die Aufräumarbeiten verschlingen Milliarden.

Mit tausenden Privatleuten hatte sich BP bereits im vergangenen Jahr auf Entschädigungszahlungen geeinigt. Außerdem bezahlt der Konzern 7,8 Milliarden Dollar an geschädigte Unternehmer etwa aus der Fischerei und dem Hotelgewerbe. Insgesamt bildete BP Rückstellungen von 37,2 Milliarden Dollar für die Folgen der Katastrophe. Um das Geld zusammen zu bekommen, trennt sich BP für Milliardensummen von Unternehmensteilen und Ölfeldern.

Für die Kosten der Katastrophe, bei der elf Arbeiter ums Leben kamen, muss der britische Konzern weitgehend selbst einstehen. BP und seine Partnerunternehmen hatten die Ölbohrungen wie in der Branche üblich nicht separat versichert. Der normale Haftpflichtschutz des Unternehmens reichte bei Weitem nicht aus, um die Schäden bei einer solchen Katastrophe abzudecken.

Zwischenzeitlich hat der weltgrößte Rückversicherer Munich Re Börsen-Chart zeigen eine Initiative zur Absicherung von Ölbohrungen auf dem Meeresboden gestartet. Bei jeder einzelnen Bohrung könnten demnach Schäden von zehnbis 20 Milliarden Dollar abgesichert werden. Allerdings müssten dazu Versicherer aus aller Welt zusammenarbeiten.

wed/dpa-afx

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH