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12.10.2012
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Widerstand gegen Goldminen
Weltgrößtem Goldkonzern droht Debakel mit Vorzeigemine

Von Stefan Biskamp, Buenos Aires

Widerstand gegen Goldminen: Weltgrößtem Goldkonzern droht Debakel
Fotos
dapd

4. Teil: Anwohner und Umweltschützer gehen gegen Pueblo Viejo auf die Barrikaden

Für viele Dominikaner ist Barricks Auftritt unter Rocha eine Provokation und für einige noch weit mehr. Abréu nennt Rocha einen "Saboteur, Unruhestifter und Anti-Lateinamerikaner". Woher kommt der Hass? Seit Jahren protestieren Anwohner und Umweltschützer gegen Pueblo Viejo.

Die Mine nutzt 24 Tonnen Zyanid pro Tag, verdünnt mit Unmengen Wasser um im großflächigen Tagebaubetrieb 2,76 Gramm Gold Chart zeigen aus jeweils einer Tonne Gestein zu waschen. Eine in den 90er Jahren aufgegebenen Vorgängermine kontaminierte auf ähnliche Weise mehrere Flüsse, das Grundwasser und weite Ländereien im zentralen Gebirgszug, dem Wasserreservoir der Insel.

Barrick entsorgte die Hinterlassenschaften nach eigenen Angaben, doch während des Aufbaus von Pueblo Viejo hagelte es neue Beschwerden: Risse wurden im Staudamm eines riesigen Auffangbeckens der giftigen Restflüssigkeit entdeckt; Anwohner meldeten irreguläre Abholzungen und neue Kontaminierungen von Flüssen, die Barrick abstreitet; 2010 wurden hunderte Arbeiter vergiftet. Barrick sagte, Hygieneprobleme in der Kantine seien schuld gewesen. Eine Kommission der Universität von Santo Domingo ermittelte jedoch, die Arbeiter seien auf chemische Vergiftung und nicht bakterielle Infektion behandelt worden. Barrick habe die Untersuchung behindert.

Seit die Miene Mitte August ihren Probebetrieb aufnahm, nimmt der Protest zu. "Nach drei Jahren Bauzeit hat das Unternehmen einen großen Teil der Leute entlassen, denen sie dauerhafte Beschäftigung versprochen hatte", sagt Abréu. Barrick betont, 88 Prozent der Mitarbeiter seien Dominikaner, nennt aber nicht deren Anzahl. Sie liegt Minengegnern zufolge nach mehreren Tausend in der Bauphase bei heute nur noch 850.

Verantwortung für das Landproblem abgelehnt

Schon im Jahr 2010 gab es Ärger, als 80 Arbeiter entlassen wurden, nachdem sie sich gewerkschaftlich organisiert hatten. Und die Bewohner eines Bauerndorfs, das der Mine weichen musste, freuen sich zwar über neue Häuser - aber sie klagen, sie wüssten nicht, wovon sie leben sollten, da Barrick das Versprechen neuer Anbauflächen schuldig geblieben sei; Arbeit in der Mine gebe es auch nicht. Barrick lehnt die Verantwortung für das Landproblem ab.

Ende September eskalierte der Protest. Durch einen harten Polizeieinsatz gegen Demonstranten, die Jobs in der Mine forderten, wurden mehr als 30 Menschen zum Teil schwer verletzt. Ein 17-jähriger Schüler schwebte nach einem Kopfschuss in Lebensgefahr. Die Demonstration in der Kleinstadt Cotuí, in der Nachbarschaft des Bergwerks habe friedlich begonnen, berichten Augenzeugen, darunter Reporter, die zu den Verletzten gehörten. Nachdem die Polizei das Feuer eröffnet hatte, war Cótui zwei Tage lang im Belagerungszustand. Weitere Protestmärsche folgten.

Barrick teilte mit, Ortsfremde hätten die Bewohner der Kleinstadt aufgewiegelt und die öffentliche Ordnung gefährdet. Umweltschützer Abréu sagt, Ex-Militärattaché Rocha sei geschickt worden, "um die wachsende Widerstandsbewegung gegen Barrick und alle Bergbaukonzerne mit allen Mitteln niederzuschlagen, auch mit militärischer Gewalt".

Die Bevölkerung sei vom harten Vorgehen der Polizei überrascht gewesen, "und ich fühle Schmerz und Angst. Bis dahin gab es keine Attacken gegen Märsche, Straßenblockaden und Demonstrationen gegen Barrick." Die Umweltversammlung habe die Eskalation vorausgesehen und suche das Gespräch mit der Polizeiführung, "um ihr klarzumachen, dass sich die Proteste steigern, und sie sich nicht in den Dienst der Unternehmen stellen darf".

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