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14.09.2012
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Fernverkehr für Buslinien
Bahn bekommt Konkurrenz auf der Straße

Linienbus an einem Omnibusbahnhof: Bald wird es dichtere Bus-Streckennetze in Deutschland geben.
DPA

Linienbus an einem Omnibusbahnhof: Bald wird es dichtere Bus-Streckennetze in Deutschland geben.

Dieses Einigung könnte für einen Preiskampf sorgen: Regierung und Opposition haben sich darauf geeinigt, ab 2013 den Fernverkehr für Buslinien freizugeben. Linienbusse dürfen der Bahn deutschlandweit Konkurrenz machen - was reisewillige Schnäppchenjäger freuen dürfte.

Berlin - Seit mehr als 80 Jahren ist der Fernverkehr in Deutschland streng reguliert - nun sollen die Schranken endlich fallen: Private Fernbusse können voraussichtlich im nächsten Jahr deutschlandweit an den Start gehen und mit der Bahn konkurrieren.

Bundesregierung und Opposition haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf einen Gesetzentwurf dazu geeinigt, wie Vertreter von Union, FDP, SPD und Grünen heute mitteilten. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) führte als Vorteile eines Linienverkehrs mit Fernbussen die Umweltfreundlichkeit, mehr Wettbewerb unter den Verkehrsträgern und voraussichtlich niedrigere Preise als bei der Bahn an.

Mit der Änderung des Personenbeförderungsgesetzes, die noch im Herbst vom Bundestag verabschiedet und dem Bundesrat zugeleitet werden soll, wird ein Programmpunkt des Koalitionsvertrags umgesetzt. Bislang war es Fernbusbetreibern rechtlich untersagt, Busliniendienste auf Strecken anzubieten, auf denen bereits andere Verkehrsmittel unterwegs sind. Die Ausnahme waren Strecken, auf denen andere Verkehrsmittel wesentlich langsamer oder wesentlich teurer als die Fernbusse waren. In der Praxis hieß das bisher: Wo Bahnverbindungen existierten, waren Fernbuslinien verboten.

Für "preissensible Kunden" attraktiv

Wohl ab dem ersten Quartal 2013 können Fernbuslinien dann nicht nur untereinander, sondern auch mit der Bahn konkurrieren. Fernbusbetreiber wie Deutsche Touring oder Veolia stehen schon seit Monaten bereit - und basteln bereits an Streckenplänen.

Als Zielgruppe des "völlig neuen öffentlichen Verkehrsangebots" machten die Unterhändler "preissensible Kunden" aus, "denen Bahnfahren oft zu teuer ist". Ramsauer nannte den Bus eine "klimaschonende und wirtschaftliche Alternative zum Auto". Schon bei durchschnittlicher Auslastung sänken Verbrauch und CO2-Ausstoß pro Fahrgast im Vergleich zum Pkw deutlich. "Ziel ist, dass zum Beispiel 50 Leute mit einem Fernbus von München nach Frankfurt reisen, anstatt in 25 oder gar 50 Pkw".

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, bescheinigte den Parteien "Augenmaß und Weitsicht". Nun könne neben Bahn, Pkw und Flugzeug "die vierte Säule des Personenfernverkehrs entstehen". Der Fernbus könnte Deutschlands sozialstes Fernverkehrsmittel werden, weil er "Mobilität zum kleinen Preis" biete. Laut Umweltbundesamt verbrauche ein Bus bei durchschnittlicher Auslastung 31 Gramm CO2 je 100 Personenkilometer.

Bisherige Regelungen schützten die Bahn weitgehend vor dem Wettbewerb mit Fernbussen. In dem neuen Gesetz bleibt davon zumindest ein Stück erhalten. So sollen Fernbusse nur auf Strecken mit mindestens 50 Kilometer Länge oder einer Stunde Reisezeit mit der Bahn konkurrieren dürfen, erklärten die Fraktionen.

wed/dapd

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