Dienstag, 23. Oktober 2018

Paketdienste Wettlauf um die Zukunftsmärkte

Paketdienste: Wer in Deutschland was bewegt
DPA

2. Teil: Immer mehr Kleinstversender: "Schwieriger verdientes Geld"

Auch wenn der Markt, wächst haben viele Unternehmen mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Lief früher das Gros des Geschäfts über das sogenannte Business-to-Business-Geschäft und über einige wenige große, gut organisierte Versandhändler wie Otto, Quelle oder Neckermann, haben es die Paketdienste mittlerweile mit einer Vielzahl ständig wechselnder Kleinstversender und sogenannter Powerseller zu tun.

Die Folge: mehr Stopps, zähere Abholung und Anlieferung. "Schwieriger verdientes Geld", fasst Logistikexperte Horst Manner-Romberg die Situation der Dienstleister zusammen. Doch angesichts exorbitanter Wachstumsraten will kaum ein Unternehmen auf das boomende Geschäft mit den Endverbrauchern verzichten.

Doch der Wettbewerb ist hart, sagt Manner-Romberg. "Es ist ein klarer Käufermarkt." Denn während Fahrzeuge, Treibstoff und nicht zuletzt Versicherungen immer teurer geworden sind, hat sich auf der Einnahmenseite nicht viel getan. So sei der "Paketpreis in den letzten Jahren stabil geblieben, in einigen Bereichen ist er sogar rückläufig", so Forscher der Uni Jena kürzlich in einer Studie zum Logistikmarkt.

Steigender Druck auf die Mitarbeiter

Die Folge: steigender Druck auf die Mitarbeiter. Die Mehrheit von ihnen ist längst nicht mehr bei den Paketdiensten selbst beschäftigt. Sie arbeiten teilweise ohne Arbeitsvertrag als selbständige Subunternehmen und werden dann auch nur für erfolgreiche Zustellungen bezahlt. Eine weit verbreitete Entwicklung, die zuletzt die Paketversender Hermes und GLS in die Schlagzeilen brachte.

DHL, eine Tochter der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen, hat bislang keine Abkühlung des Welthandels zu spüren bekommen und steigerte auch dank ihres gutes Netzes in Asien ihren Umsatz im zweiten Quartal um 7,3 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro.

Die Zeiten, in denen das US-Geschäft regelmäßig Negativschlagzeilen produzierte, scheinen endgültig vorbei. Das defizitäre nationale Geschäft dort wurde eingedampft. Jetzt läuft es prächtig - auch in den USA.

Doch von dort droht nun Ungemach.

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