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01.08.2012
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Fresenius
Nimmersatter Margenmacher

Von Kristian Klooß

Fresenius: Die Töchter des Dax-Konzerns
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Fresenius

Der Gesundheitskonzern Fresenius schluckt seit Jahren Wettbewerber um Wettbewerber und trimmt seine fünf Töchter auf Wachstum und Rendite. An der Rhön-Kliniken AG beißt sich Fresenius zwar derzeit die Zähne aus. Doch das Futter wird dem Konzern nicht ausgehen.

Hamburg - "Wir sind keine Kaufmaschine", sagte Ulf Schneider, Chef des Gesundheitskonzerns Fresenius, noch im April dieses Jahres in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche". Nur, um in den Wochen darauf einmal mehr das Gegenteil zu beweisen. Denn die Konzernführung, die heute im hessischen Bad Homburg die Halbjahreszahlen des Dax-Konzerns vorgelegt hat, kann es einfach nicht lassen.

Seit rund zwei Jahrzehnten füttern die Fresenius-Vormänner die "Kaufmaschine" mit immer neuen Akquisitionen. Mittlerweile fünf Konzerntöchter sind daraus hervorgegangen: FMC, Kabi, Helios, Vamed und die noch kleine Biotechsparte.

Die zugrundeliegende Strategie wurde dem Konzern schon vor zwei Jahrzehnten eingeimpft. Bereits Gerd Krick gab die Marschroute vor. Er hatte Fresenius Chart zeigen seit 1992 ein Jahrzehnt lang geführt, bevor er den Stab an Nachfolger Ulf Schneider übergab.

Krick, der 1996 den doppelt so großen US-Wettbewerber National Medical Care (NMC) übernahm, bahnte dem Mittelständler aus Hessen den Weg zum Milliardenkonzern. Die neue deutsch-amerikanische Tochter Fresenius Medical Care (FMC) Chart zeigen stieg bereits 1999 in den Dax auf. Die Konzernmutter folgte zehn Jahre später - auch dank einer langen Liste weiterer Zukäufe.

So kauften die Bad Homburger 1999 das internationale Infusionsgeschäfts der schwedischen Firma Pharmacia & Upjohn. Durch Verschmelzung mit dem eigenen Pharmageschäft entstand daraus Fresenius Kabi, das vor allem in Europa führende Unternehmen für der Ernährungs- und Infusionstherapie.

Konzern auf Einkaufstour

Das Klinikgeschäft des Konzerns hat seine Wurzeln wiederum in der 2001 vollzogenen Akquisition der Wittgensteiner Kliniken AG mit damals dreißig Akut- und Fachkliniken und rund 4600 Mitarbeitern. Zum größten deutschen Klinikbetreiber avancierte Fresenius dann 2005 durch den Kauf der Helios-Gruppe für rund 1,5 Milliarden Euro.

Im Jahr darauf bezahlte der Konzern für den auf die Dialyse, also die Blutreinigung bei Nierenversagen, spezialisierten US-Konzern Renal Care umgerechnet 3,7 Milliarden Euro. 2008 legte Fresenius für das nordamerikanische Unternehmen APP Pharamceuticals gar 4,5 Milliarden Euro auf den Tisch. Damit eignete sich der Konzern Know-how im Geschäft mit Nachahmermedikamenten an, die nicht per Tablette oder in Wasser aufgelöst verabreicht, sondern injiziert werden müssen.

Trotz des angehäuften Schuldenbergs überstand der Konzern die Finanz- und Wirtschaftskrise schadlos. Der Grund: das Gesundheitsgeschäft erwies sich als konjunkturresistent. 2009, als Abwrackprämie und Kurzarbeit die deutsche Wirtschaft prägten, waren Fresenius und die Tochter FMC zwei von nur fünf Dax-Konzernen, die ihren Umsatz steigerten.

Und schon 2011 griffen die Hessen wieder beherzt am M&A-Markt zu.

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